Das Seminar hat eine Reihe eng miteinander verbundener Fragestellungen zum Gegenstand, die an der Schnittstelle zwischen Sprachphilosophie und Philosophie des Geistes liegen und die gegenwärtig heftig diskutiert werden. Ein zentraler Bezugspunkt der Debatte ist dabei Kripkes Wittgenstein on Rules and Private Language (1982), wo Kripke betont, dass das, was ich mit einem Ausdruck meine, nicht bestimmt, was ich in einer bestimmten Situation sagen werde, sondern was ich sagen sollte. Allgemein sei die Beziehung zwischen Meinen und Intendieren auf der einen Seite und Handeln auf der anderen keine deskriptive, sondern eine normative. Darüber hinausgehend wird im Kontext der Normativitätsdebatte oft die Auffassung vertreten, dass rationales Handeln generell normative Aspekte hat: Wer etwas will und bestimmte Überzeugungen über die Mittel hat, wie sein Ziel zu erreichen ist, der sollte bestimmte Schlüsse ziehen und entsprechend handeln. Das gelte zumindest für sprachbegabte Wesen, die ihre Handlungsgründe explizit machen können - wobei dann eine weitere Frage ist, inwieweit man bei nicht sprachbegabten Wesen überhaupt von rationalem Handeln in einem starken Sinn sprechen kann. Diskutiert wird nun u.a.: In welchem Sinn kann man hier, wenn überhaupt, von Normen sprechen? In welcher Beziehung steht Normativität zur Sprachgemeinschaft? Steht die fragliche Form von Normativität, wenn es sie wirklich gibt, dem Bemühen um eine naturalistische Theorie des Geistes im Weg? Welchen Begriff von Rationalität soll man dabei zugrunde legen? Kann ein evolutionspsychologisches Konzept von "bounded rationality" etwa im Sinne Gigerenzers (Adaptive Thinking, 2000) einen "idealen" Rationalitätsbegriff ersetzen?
Eine Leistungsbescheinigung (Master-Studiengang) wird ausgestellt für eine Hausarbeit.
Ein Leistungsnachweis (Magister- oder Lehramts-Studiengang) wird ausgestellt für eine Hausarbeit.
Diese Veranstaltung ist in erster Linie für Studierende des Faches Philosophie im Masterstudiengang oder für fortgeschrittene Studierende in den alten Lehramts- und Magisterstudiengängen konzipiert. BA-Studierende der Philosophie oder anderer Studiengänge können nach Rücksprache mit dem Veranstalter zugelassen werden. In dem Fall kann die Veranstaltung als Hauptmodulseminar (3 LP) gewertet werden. Eine Modulzuordnung findet in Rücksprache mit den jeweiligen BA-Beauftragten statt.
Wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| weekly | Mi | 14-16 | T 8 - 222 | 17.10.2007-06.02.2008 |
| Degree programme/academic programme | Validity | Variant | Subdivision | Status | Semester | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Philosophie / Master | (Enrollment until SoSe 2012) | WM PRAKT |