Das Seminar bietet eine Einführung in die Geschichte der Literaturtheorie unter besonderer Berücksichtigung der Schriftlichkeit und der Schrifttheorie. Erforscht werden soll, ob und inwieweit die Theorien über Mündlichkeit und Schriftlichkeit (Ong, Havelock, Derrida u.a.) Einfluss auf die Theorie der Literatur und die Theoriebildung der Literaturwissenschaft ausgeübt haben. Erster Bezugspunkt ist die Differenz von Oralität und Literalität in der Antike, insbesondere bei Platon (Ion, Phaidros). Daran schließen sich einige Texte zur Bibelexegese (von Augustinus bis Spinoza) sowie zum Einfluss des Buchdrucks auf die Literaturtheorie der Frühen Neuzeit an. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das 18. Jahrhundert: Lessings Programmschrift Laokoon oder die Grenzen der Poesie und der Malerei sowie die Briefkultur der Empfindsamkeit (Rousseau, Gellert, Goethe). Ein letzter Blick gilt aktuellen theoretischen Texten (v.a. Derrida) und der Medienkonkurrenz des 20. und 21. Jahrhunderts ("sekundäre" Mündlichkeit, Email-Kommunikation).
Zur Einführung: Eric A. Havelock: Als die Muse schreiben lernte: Eine Medientheorie zu Oralität und Literalität. Berlin 2007.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period |
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| Degree programme/academic programme | Validity | Variant | Subdivision | Status | Semester | LP | |
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| Germanistik / Master | (Enrollment until SoSe 2008) | MaGer-GM2 | 4/4 | ||||
| Studieren ab 50 |