Diese Veranstaltung ist eine "echte" M.Ed.-Veranstaltung; sie kann nicht vorstudiert werden.
Die Adoleszenz ist ein kulturell determiniertes Konzept, das in diachroner Sicht unterschiedliche Dimensionen beinhaltet, die seit den Schulromanen im 19. Jahrhundert unterschiedlich ausgelegt werden. Gemeinsam ist den sog. Adoleszenzromanen das die Adoleszenz als körperliche, psychische und soziale, meistens auch krisenanfällige Umbaumaßnahme dargestellt wird, die zu einer lebensgeschichtlichen (Neu-)Ausrichtung führt. Helsper definiert die Adoleszenz daher als „eine emotionale und kognitive Krise, in der der Jugendliche in Auseinandersetzung mit seiner Kindheit die ‚kulturelle Chance‘ der Loslösung erhält“ (Helsper 1991, 79). Während der Adoleszenz geraten somit Selbstentwürfe in Bewegung und die sich wandelnden Vorstellungen über das Selbst definieren sich dabei über Beziehungsgeflechte, durch Ein- und Ausschluss und die Verortung des Einzelnen innerhalb dieser Gefüge, „als der […] zu bewerkstelligende, am Schnittpunkt von gesellschaftlicher Interaktion und individueller Biographie stattfindende Prozess der Konstruktion und Revision von Selbst-Bildern“ (Glomb 2008, 307). In dem Seminar erarbeiten wir am Beispiel ausgewählter historischer und aktueller Adoleszenzromane die Darstellung von Adoleszenz und diskutieren ihren Einsatz im Deutschunterricht.