Vom „Neuen Kurs“ in den Ersten Weltkrieg – die Krise der klassischen Moderne im Unterricht
Seit Mitte der 1880er Jahre führte die imperialistische Expansion der Großmächte zu einer sich verändernden Dynamik in ihren Beziehungen, die eine Politik des Ausgleichs schwierig machte und schließlich aus der Bahn warf.
Das Kaiserreich beteiligte sich am kolonialen „Wettlauf um Afrika“ und übernahm die zunächst von privaten Unternehmern getragene Expansion. Die Kolonialbewegung trieb die Politik vor sich her und es entstanden Pressure-Groups die für aggressive Politik eintraten. Mit dem „Neuen Kurs“ begann eine exzessive Flottenrüstung, die Konkurrenz mit den europäischen Nachbarn wuchs. Die Marokko-Krisen und die Balkan-Konflikte verschlechterten die Beziehungen weiter. In der Juli-Krise 1914 kalkulierten die politisch Handelnden im Deutschen Reich einen großen Krieg bewusst ein. So misslangen Vermittlungsversuche und das Reich erklärte am 1. August 1914 Russland den Krieg.
Ziel der Veranstaltung ist es, eine Unterrichtsreihe zu entwerfen in der Interessen, Akteure und Ereignisse der Vorkriegspolitik für Schülerinnen und Schüler des Q1 Jahrgangs aufbereitet die in einer praktischen Unterrichtsphase erprobt und reflektiert werden sollen.
Grevelhörster, Ludger, Der Erste Weltkrieg und das Ende des Kaiserreiches, Münster 2004
März, Peter, Der Erste Weltkrieg, München 2004
Mommsen, Wolfgang J. Der Erste Weltkrieg, Frankfurt/M 2004
Neitzel, Söhnke, Weltkrieg und Revolution, Berlin 2008
Das Unterrichtsprojekt kann im Dezember 2023 und Januar 2024 stattfinden. Jede/r Teilnehmer/in wird eine Unterrichtsstunde vorbereiten und durchführen.
Die Seminargruppe fungiert als kollektiver Coach, und berät über die Vorhaben und reflektiert mit dem/der Studierenden die gehaltene Unterrichtsstunde.
Sollte der Unterricht nicht stattfinden können, werden wir eine Unterrichtssimulation in der Seminargruppe vornehmen. Die Seminarteilnehmer*innen fungieren dann als Lerngruppe, der oder die verantwortliche Studierende hält die Unterrichtsstunde entweder per Videokonferenz oder in anderer Form.
Die Studierenden fertigen einen Stundenentwurf an, der über Unterrichtsinhalte, Methoden, Materialien, Lernziele und den Verlauf des geplanten Unterrichts Auskunft gibt.
Dieser Unterrichtsentwurf ist Basis für die Diskussion des Unterrichts in der Seminargruppe und soll von allen Kursteilnehmer*innen kritisch diskutiert werden.