Dass es vor allem Liebe ist, die die Jugend bestimmt, wird kaum jemand bestreiten wollen. Könnte man Wörter schmecken, so wäre das Süßeste von ihnen wohl "die Liebe". Ein lieblich-süßer Zauber und manchman auch ein bitterer Nachgeschmack umgeben dieses Phänomen, das Dichter seit Jahrtausenden zu beschreiben versuchen. Ganz ohne Zauberformeln, Zylinder und Zauberstag versucht die Wissenschaft mit ihren Mitteln und Werkzeugen die Liebe zu entzaubern und nach den Regeln ihrer Profession zu erklären, so auch die Soziologie. Sie entwickelt zum Beispiel Theorien, mit deren Hilfe man Antworten auf die Frage, was Liebe ist, suchen kann. "Man kann viele und vieles lieben, Andalusien, seine Großmutter, Goethe, schwarze Netzstrümpfe auf weißer Haut, Schmalzbrot mit Käse, das auffordernde Funkeln in den Augen einer Vollbusigen", wie Ulrich Beck bemerkt.
Das Seminar führt am Beispiel Liebe vor, welche Möglichkeiten zur Beschreibung und Erklärung ausgewählte soziologische Theorien und Theoriebausteine liefern. Es führt nicht ein in Theorien; verschiedene Theoriegebäude werden nicht in vollem Umfang rekonstruiert. Während Einführungen zumeist Theorien abstrakt erklären, wird hier die Anwendung an einem konkreten in der Alltagswelt erfahrbaren Phänomen vergegenständlicht. Damit werden soziologische Theorien ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt: der Beschreibung und Erklärung sozialer Tatsachen. 'Liebe in juvenilen Paarbeziehungen' als durchgehendes Anwendungsbeispiel demonstriert die Funktionalität und Erklärungskraft theoretischer Ansätze. Durch die somit entstehende direkte Vergleichbarkeit werden Reichweite und Grenzen der Theorien offenbar. Die Vielzahl an Beobachtungsmöglichkeiten erweitert darüber hinaus das Blickfeld auf den Facettenreichtum und das farbenfrohe Spektrum der Liebe.
Gerhards 1988: Soziologie der Emotionen. Weinheim u.a.
Hahn/Burkart (Hg) 1998: Liebe am Ende des 20. Jahrhunderts. Opladen
Lenz 1998: Soziologie der Zweierbeziehung. Eine Einführung. Wiesbaden
Beck/Beck-Gernsheim 19980: Das ganz normale Chaos der Liebe. Ffm.
Foucault 1977: Sexualität und Wahrheit. Bd. 1-3. Ffm
Fromm 1956: Die Kunst des Liebens. Ffm
Fuchs 1999: Liebe, Sex und solche Sachen. Zur Konstruktion moderner Intimsysteme. Konstanz
Giddens 1993: Wandel der Intimität. Sexualität, Liebe und Erotik in modernen Gesellschaften. FfM
Illouz 2003: Der Konsum der Romantik. Liebe und die kulturellen Widersprüche des Kapitalismus. Ffm
Lumann 1982: Liebe als Passion. Ffm
Schuldt 2004: Der Code des Herzens. Liebe und Sex in den Zeiten maximaler Möglichkeiten. Ffm
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| einmalig | Fr | 10-18 | H10 | 06.07.2007 | |
| einmalig | Sa | 10-18 | H15 | 07.07.2007 | |
| einmalig | So | 10-18 | H15 | 08.07.2007 |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2008) | H.1.2; H.2.3 |