Schwerpunkt des Seminars wird die Gattungstheorie sein, also die Frage, wie sich überhaupt im unüberschaubaren Feld literarischer Schriftspuren wiedererkennbare Formen mit eigenen Gesetzen und eigener Geschichte herausbilden. Verhandelt wird diese Frage am Beispiel einer Renaissanceform, die im 19. Jh. ein erstaunliches Comeback erlebt: der Novelle. Anhand von Novellen Bocaccios, Cervantes', Kleists und Goethes sollen die Strukturgesetze dieses Genres untersucht, sowie Grundlagen der Erzähltheorie erarbeitet werden. Anhand ausgewählter Novellentheorien (Goethe, A. W. Schlegel, W. Benjamin) ist die Wechselwirkung zwischen Erzählform und -theorie zu erforschen. Gefragt wird schließlich nach dem Verhältnis zwischen verschiedenen Gattungen: Novelle - Drama (z. B. Vergleich eines Shakespeare-Dramas mit seiner novellistischen "Quelle") und Novelle - Roman (Lektüre einer der in Cervantes' Don Quijote integrierten Erzählungen).
Zur Vorbereitung: Hannelore Schlaffer, Poetik der Novelle (Metzler 1993), Giovanni di Boccaccio, Das Dekameron (Deutsch von A. Wesselski, Insel 1999), Miguel de Cervantes, Novellen (übersetzt v. K. Thorer, Insel 1987).
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Literaturwissenschaft / Master | (Einschreibung bis SoSe 2012) | MaLit2 | 3/7 | ||||
| Literaturwissenschaft / Master | (Einschreibung bis SoSe 2009) | MaLit2 |