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220083 Ein europäischer Sonderfall? Die Geschichte der Stadt in Mittelalter und Früher Neuzeit (S) (SoSe 2013)

Inhalt, Kommentar

‚Aber doch irgendwie anders‘. So könnte man den gegenwärtigen Stand der Stadtgeschichtsforschung zusammenfassen. Sie weist auf eine gewisse Ratlosigkeit auf, aber auch auf Offenheit bezüglich eines Phänomens, das sich in das übliche Bild einer vormodernen Ständegesellschaft nicht nahtlos einfügen will. Hatte die ältere Forschung in der mittelalterlich-frühneuzeitlichen Stadt mit ihren gewählten Stadträten und einem an humanistischer Bildung interessierten Bürgertum noch den Vorläufer einer modernen bürgerliche-parlamentarischen Gesellschaft sehen wollen, der sich in und gegen eine Welt des Adels und der fürstbischöflichen Stadtherrn zu behaupten wusste, so weisen neuere Arbeiten auf dominant oligarchische Strukturen und einem starken sozialen Gefälle innerhalb der Stadtgesellschaft hin, die die Unterschiede zur höfischen Welt weniger Markant werden lassen.

Das Seminar hat sich zum Ziel gesetzt, dieses von der Forschung formulierte Spannungsverhältnis auszuloten über eine konsequente Historisierung der Phänomene vielleicht zu einem insgesamt differenzierteren Bild zu gelangen. Einmal wird es darum gehen, die ‚okzidentale Stadt‘ im Vergleich zu Städten anderer Regionen zu konturieren. Zum anderen darum, sie innerhalb der Adelsgesellschaft als ‚Sonderfall‘ zu konzeptionalisieren. Behandelt werden neben der politischen Struktur der Stadt (Wahlen, Stadtrat, Zünfte etc.) auch Randgruppen (Juden, Henker, Bettler) und das Rechtswesen. Diese Themen sollen nicht nur an den ‚Klassikern‘ der vormodernen Stadtgeschichtsforschung wie Köln und Nürnberg behandelt, sondern aus gegebenem Anlass auch an ‚Städten aus der Region‘ wie Münster und Bielefeld.
Begleitet zum Seminar findet Fr. 14-16 Uhr als ‚Historische Orientierung‘ „Die okzidentale Stadt im Kontext vormoderner Adelsgesellschaften“ statt.

Literaturangaben

Bruhns, Hinnerk und Wilfried Nippel (Hgg.), Max Weber und die Stadt im Kulturvergleich (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft 140) Göttingen 2000.

Krischer, André, Reichsstädte in der Fürstengesellschaft. Politischer Zeichengebrauch in der Frühen Neuzeit, Darmstadt 2006.

Schmidt, Patrick und Horst Carl (Hgg.), Stadtgemeinde und Ständegesellschaft. Formen der Integration und Distinktion in der frühneuzeitlichen Stadt (Geschichte / Forschung und Wissenschaft 20), Berlin 2007.

Weber, Max, Wirtschaft und Gesellschaft. Grundrisse der verstehenden Soziologie, hg. von Johannes Winckelmann, 5. Aufl., Tübingen 1980 (insbesondere S. 727ff.).

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22-3.1 Hauptmodul Vormoderne Seminar Vormoderne Studienleistung
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Geschichtswissenschaft / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kern- und Nebenfach 3.1.4; 3.4.1; 3.6.1 Wahlpflicht 8  
Geschichtswissenschaft (G) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) 3.4.1 Wahlpflicht 8 scheinfähig  
Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) 3.1.4 Wahlpflicht 8  
Geschichtswissenschaft (HR) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) 3.6.1 Wahlpflicht 8 scheinfähig  
Studieren ab 50    
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Keine Konkretisierungen vorhanden
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