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220003 Armut und Wohlfahrt in der Geschichte (1. Teil) (GK) (WiSe 2005/2006)

Inhalt, Kommentar

Die Diskussion über den Abbau des Sozialstaates prägt in Zeiten knapper werdender Finanzen die öffentliche Diskussion nicht nur in Deutschland. Sowohl die Ursachen von Verelendung und Armut als auch die Einstellungen in Kirche und Welt zur Armut und zu den Armen unterlagen in Vormoderne und Moderne einem ständigen Wandel. Entsprechend verbesserte oder verschlechterte sich die gesellschaftliche Stellung von Armen und sozial Schwachen. Die ab dem späten Mittelalter eingeführte Unterscheidung zwischen verschuldeter und unverschuldeter Armut erlaubte es, Unterstützung oder Repression und Zwangsmaßnahmen zu rechtfertigen, verpflichtete aber auch die Obrigkeit bzw. den sich herausbildenden Staat, Verantwortung für Armut als gesamtgesellschaftliches soziales Problem zu übernehmen. In der Moderne bedeutete der Übergang zur parlamentarischen Demokratie mit der Einführung allgemeiner Wahlen eine entscheidende Zäsur. Die staatliche Sozialpolitik wurde zunehmend zum Mittel der Legitimation politischer Macht. Damit wurde eine Reduzierung von Sozialleistungen zum Problem. Alle europäischen Staaten entwickelten sich im 20. Jahrhundert zu Sozialstaaten, dabei wurde die soziale Absicherung aber unterschiedlich entweder nach dem Versicherungs- oder dem Versorgungsprinzip geregelt. Die seit den 1970er Jahren bekannte Kostenexplosion wirft die Fragen auf, wieviel Sozialstaat wir uns in Zukunft leisten können und wollen.
Im Grundkurs sollen neben der einführenden Einübung in Methoden und Techniken zur Geschichte der Vormoderne und der Moderne zentrale Fragen zum Problem von Armut und Wohlfahrt vom Mittelalter bis in die Gegenwart in europäischer Perspektive behandelt werden.
Die verbindliche Anmeldung zu diesem Grundkurs erfolgt in der Zeit vom 10. bis zum 17. Oktober in Raum S4-201, jeweils von 10-14 Uhr. Allein die persönliche Eintragung in die hier geführten Anmeldelisten ist relevant, nicht die unverbindliche Anwahl im ekvv.

Literaturangaben

Fischer, Th., Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert, Göttingen 1979; Fischer, W., Armut in der Geschichte, Göttingen 1982; Flora, P. (Hg.), Growth to Limits. The Western European Welfare States since World War II, 2 Bde., Berlin u. New York 1986; Frerich, J. u. Frey, M., Handbuch der Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland, 3 Bde., München 1993-1996; Geremek, B., Geschichte der Armut, München 1988; Hippel, H. v., Armut, Unterschichten, Randgruppen in der Frühen Neuzeit (EDG 34), München 1995; Jütte, R., Obrigkeitliche Armenfürsorge in deutschen Reichstädten der frühen Neuzeit, Köln/Wien 1984; Lampert, H., Krise und Reform des Sozialstaates, Frankfurt/Main u.a. 1997; Metzler, G., Der deutsche Sozialstaat vom Bismarckschen Erfolgsmodell zum Pflegefall, Stuttgart 2003; Mollat, M., Die Armen im Mittelalter, München 1984; Sachße, Chr. u. F. Tennstedt, Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland, Stuttgart 1980; Schmid, J., Wohlfahrtsstaaten im Vergleich. Soziale Sicherung in Europa: Organisation, Finanzierung, Leistungen und Probleme, Opladen 2002; Slack, P., The English Poor Law, 1531-1782, London 1990.

Lehrende

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Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Geschichtswissenschaft / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kern- und Nebenfach Modul 1.3 Wahlpflicht 8 benotet  
Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
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