Phänomene ethnischer Diskriminierung durchdringen unseren Alltag auf komplexe und oft subtile Weise. Gegenmaßnahmen zielen zumeist auf die Veränderung ethnozentristischer oder rassistischer Vorurteile und Einstellungen einzelner Personen oder relativ klar einzugrenzender sozialer Gruppen (z.B. benachteiligter Jugendlicher). Der aus den angelsächsischen Ländern stammende Begriff der institutionellen Diskriminierung zielt demgegenüber auf Diskriminierungen von Menschen mit einer anderen Nationalität, Sprache, Religion oder Kultur - oft in Verbindung mit der Geschlechtszugehörigkeit und Merkmalen der sozialen Herkunft - die in formalen Rechten und in den "normalen" organisatorischen Strukturen, Programmen und Routinen in den Basisinstitutionen des gesellschaftlichen Lebens (z.B. im Bildungsbereich, im Beschäftigungssystem und auf dem Wohnungsmarkt) eingebettet sind. Auch in Deutschland haben in den vergangenen Jahren die ungelösten Probleme der Asyl- und Einwanderungspolitik, die in nationales Recht umzusetzenden Antidiskriminierungsgesetze der Europäischen Union und nicht zuletzt das alarmierende Gefälle in den Schulerfolgen entlang der Trennlinien der ethnischen und sozialen Herkunft die Aufmerksamkeit auf die institutionellen Ursachen der Ungleichheit gelenkt.
Das Seminar bietet eine Einführung in das Problemfeld der institutionellen Diskriminierung im Bildungs- und Erziehungssystem. Das Programm gliedert sich grob in drei thematische Blöcke: (1.) erfolgt eine Einführung in die Geschichte des Begriffs, unterschiedliche Theoriemodelle und charakteristische Forschungsprobleme; (2.) wird auf der Basis neuerer empirischer Befunde beleuchtet, wie Diskriminierung im Schulalltag zustande kommt und aufrecht erhalten wird - sich aber auch permanent verändert; (3.) werden unter Einbezug konkreter pädagogischer Praxismodelle und Steuerungskonzepte umfassendere Strategien zur Prävention und zum Abbau institutioneller Diskriminierung in unterschiedlichen pädagogischen Handlungsfeldern erarbeitet.
Gomolla, M.: Schulentwicklung in der Einwanderungsgesellschaft. Strategien gegen institutionelle Diskriminierung in England, Deutschland und in der Schweiz. Münster et al. 2005.
Gomolla, M./Radtke, F.-O.: Institutionelle Diskriminierung. Die Herstellung ethnischer Differenz in der Schule. Opladen 2002.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| 14täglich | Fr | 12-16 | V2-200 | 27.10.2006-09.02.2007 | |
| einmalig | Sa | 10-13 | V2-200 | 10.02.2007 |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Erziehungswissenschaft GHR / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2011) | MA.3.1.2; MA.3.1.3; MA.4.1.3 | 3 | ||||
| Erziehungswissenschaft GymGe / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2011) | MG.3.1.2; MG.3.1.3; MG.4.1.3 | 3 | ||||
| Erziehungswissenschaft (Nebenfach) / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Nebenfach | M.3.1.2; M.3.1.3; M.4.1.3 | 3 | |||
| Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2008) | H.1.2; H.1.3; H.2.5 | scheinfähig |