Als Forschungsfeld widmet sich die Governance of Science den Fragen, wie Entstehung und Verbreitung von Innovation und Technik angesichts einer ansteigenden Heterogenität von inner- und außerwissenschaftlichen Wissens- und Werteformen reguliert wird und welche Steuerungsinstrumente dabei zum Einsatz kommen.
Das Governancekonzept hat sich aus einer Kritik am Steuerungsbegriff entwickelt. Dieser unterstellt sowohl ein Machtgefälle zwischen Teilsystemen, direkte Einwirkungsmöglichkeiten als auch eine klare Trennbarkeit zwischen Steuerungssubjekt und -objekt. Governance hebt hingegen – zum Teil mit normativen Konnotationen – die Koordination und das horizontale, nicht-hierarchische Zusammenwirken heterogener Akteure hervor und stellt auf die spezifischen Wechselwirkungen unterschiedlicher Koordinations- und Regulierungsmechanismen ab.
Aus der Perspektive der Deliberative Science Governance werden entsprechende Gestaltungsinstrumente und ihre Ergebnisse oft als Folge von Argumentations- und Aushandlungsprozessen, etwa zwischen wissenschaftlichen, politischen, zivilgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteuren, gekennzeichnet. Deliberative Verfahren zur demokratischen Wissens- und Innovationsregulierung sind als Instrument der Science Governance mit hohen normativen Erwartungen an Legitimitäts- und Effizienzgewinne als Ergebnis von Inklusion und Deliberation verbunden (Participatory Science Governance). Die Erwartungen, die in der Theorie an den Einsatz von deliberativen Verfahren gestellten werden und die Praxis liegen dabei weit auseinander, was die Klärung der jeweiligen theoretischen Konzepte, der empirischen Forschungsdesigns sowie beider Verhältnis erfordert.
Nach einer allgemeinen Einführung in die Governance- und Deliberationsforschung, sollen verschiedene theoretische Konzepte aus den Politikwissenschaften und der (Wissenschafts-) Soziologie erörtert und anhand ausgewählter Anwendungskontexte der Governance of Science diskutiert werden.
Basisliteratur:
Mayntz, Renate (2008): Von der Steuerungstheorie zu Global Governance. In: Schuppert, Gunnar Folke & Zürn, Michael (Hrsg.): Governance in einer sich wandelnden Welt. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften: 43-60.
Lange, Stefan & Schimank, Uwe (Hrsg.) (2004): Governance und gesellschaftliche Integration – Einleitung. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften: 9-46.
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
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| History, Philosophy and Sociology of Science / Master | (Einschreibung bis SoSe 2014) | Hauptmodul 4; Hauptmodul 1 | Wahlpflicht | 2 | zusätzlich 4 LP für eine benotete Einzelleistung, 2 LP für eine unbenotete Einzelleistung HS | ||
| Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2008) | H.S.2; H.S.3 | |||||
| Soziologie / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2005) | 2.2.4 (DPO02) | Wahlpflicht | HS | |||
| Soziologie / Master | (Einschreibung bis SoSe 2012) | Modul 3.3 | 3 | (bei Einzelleistung 3 LP zusätzlich) |
Die Voraussetzung für die Vergabe von Leistungsnachweisen ist die regelmäßige und aktive Teilnahme. Fragen zu Leistungsanforderungen/ Scheinerwerb sowie zur Seminarliteratur werden in der Vorbesprechungssitzung geklärt.