Schätzungen gehen davon aus, dass die empirische Sozialforschung zu mindestens 75 % auf Interviews basiert. Die Formulierung und Reihenfolge der Fragen (z.B. in Form von Leitfäden) gelten dabei in der Interviewforschung als das zentrale strategische Mittel, um die Güte und Vergleichbarkeit von Interviews abzusichern.
Im Seminar werden wir uns aus Sicht qualitativer Methoden mit Leitfäden beschäftigen. Auch in den qualitativen Methoden werden Leitfäden für unterschiedliche Verfahren eingesetzt. Leitfäden sind aber auch Gegenstand einer kritischen Methodendebatte, in der Sinn und Zweck von Leitfäden grundsätzlich hinterfragt werden.
Die Teilnehmer*innen des Seminars können zwischen drei Aufgabenschwerpunkten wählen. Dabei können Studierende eigenständig Themen einbringen. Um eine gemeinsame Schnittmenge zu sichern, gibt es allerdings einen gemeinsamen allgemeinen Rahmen für Interviews. Wir stellen uns der Herausforderung, Leitfäden für Interviews über Emotionen und Affekte zu entwickeln und umzusetzen.
(1) Eine Gruppe kann (alleine oder in Teilgruppen) selbst Leitfäden entwickeln und praktisch erproben.
(2) Eine zweite Gruppe beschäftigt sich (alleine oder in Gruppen) mit der methodischen Debatte um den Einsatz von Leitfäden und geht in Analysen den Effekten von Leitfäden auf Interviews nach.
(3) Eine dritte Gruppe entwickelt (alleine oder in Gruppen) Leitfäden im Rahmen eines kleinen Forschungsprojekts mit vorgegebener Fragestellung.
Die Studienleistung besteht aus den Bearbeitungen der Aufgaben und zwei kleinen Präsentationen während der Vorlesungszeit, in denen die Zwischenstände aus den jeweiligen Aufgabenschwerpunkten vorgestellt werden. Im Anschluss an das Seminar kann eine Prüfungsleistung erbracht werden, in der die Arbeiten einer anderen Gruppen aufgegriffen werden: Diejenigen, die selbst Leitfäden entwickelt und angewandt haben, beschäftigen sich mit der methodischen Kritik ihrer eigenen Vorgehensweise; diejenigen, die mit der Methodendebatte um den Einsatz von Leitfäden beschäftigt waren, entwickeln selbst Leitfäden usw.
Die Termine für Präsenzsitzungen vor Ort gelten vorbehaltlich der Raumzuweisung und den weiteren Regelungen der Universität Bielefeld hinsichtlich des Lehr- und Prüfungsbetriebs im Sommersemesters 2022.
Der erfolgreiche Abschluss von Modul 30-M2: Methoden der empirischen Sozialforschung (Grundlagen) ist notwendige Voraussetzung zur Teilnahme der Veranstaltung!!!
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Mo | 18-20 | X-E0-228 | 04.04.-11.07.2022
nicht am: 18.04.22 / 06.06.22 |
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| Modul | Veranstaltung | Leistungen | |
|---|---|---|---|
| 30-M10 Vertiefung Methoden II Vertiefung Methoden II | Vertiefung Methoden | Studienleistung
benotete Prüfungsleistung |
Studieninformation |
| 30-M5 Vertiefung Methoden I Vertiefung Methoden I | Vertiefung Methoden | Studienleistung
benotete Prüfungsleistung |
Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.