Wissenschaftliches Wissen gilt als eine Legitimationsgrundlage politischer Entscheidungen. Sie tritt zunehmend gleichbedeutend neben die in Demokratien primäre Legitimierung durch Die Delegation von Macht per Wahl: Politische Entscheidungen können nicht in Widerspruch zu rationalem Wissen gefasst werden, ohne dass sie ihre Legitimation einbüßen (Ezrahi 1990). Zwischen beiden Legitimationsformen ¿ politische Legitimation durch Wahl und Legitimation durch Rationalität und wissenschaftliche Expertise ¿ besteht eine Spannung, welche die Differenz zwischen den beiden Codes ¿ Wahrheit und Macht ¿ markiert, nach denen Wissenschaft und Politik operieren.
In diesem Seminar werden anhand von Originaltexten die verschiedenen systematischen Aspekte des Themas 'wissenschaftliche Politikberatung' aus soziologischer und sozial-epistemologischer Sicht vorgestellt und diskutiert. Ausgangspunkt wird das Dilemma zwischen den beiden o.g. Legitimationsquellen politischer Entscheidungen sein. Davon ausgehend wird das Thema der wissenschaftlichen Politikberatung hinsichtlich seiner drei primären systematischen Bezugspunkte ¿ wissenschaftliche Expertise, die Beziehung zwischen Experten und Politikern bzw. zwischen Beratungsorganisationen und politischen Organisationen sowie die Verwendung der Beratung im politischen Prozess ¿ diskutiert.
Teilnahmevoraussetzungen: Unabhängig vom Scheinerwerb wird die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme und zur Übernahme eines Referats vorausgesetzt; weiterhin ist die Lektüre englischsprachiger Originaltexte Voraussetzung.
Einführende Literatur (weitere Titel sehr gerne auf Nachfrage):
Weingart, Peter / Maasen, Sabine (2005): What's New in Scientific Advice to Politics?, in: Dies. (Hg.). Democratization of Expertise? Exploring Novel Forms of Advice in Political Decision Making. Dordrecht et al.: Springer, S. 1-20.
Weingart, Peter (2001). Die Stunde der Wahrheit? Weilerswist: Vellbrück, Kap. 4.
Bogner, A. / Torgersen, H. (2005). Sozialwissenschaftliche Expertiseforschung. Zur Einleitung in ein expandierendes Forschungsfeld, in: Bogner, A. / Torgersen, H. (Hg.). Wozu Experten? Ambivalenzen der Beziehung von Wissenschaft und Politik. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S. 7-29
Brown/Lentsch/Weingart (2006): Politikberatung und Parlament. Opladen: Budrich, Kap. 1, 3.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Do | 10-12 | T4-110 | 19.10.2006-08.02.2007 |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Frauenstudien | (Einschreibung bis SoSe 2015) | ||||||
| History, Philosophy and Sociology of Science / Master | (Einschreibung bis SoSe 2014) | Hauptmodul 4 | Wahlpflicht | 1. 2. 3. | scheinfähig HS | ||
| Politische Kommunikation / Master | (Einschreibung bis SoSe 2013) | 3.1 | |||||
| Soziologie / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2005) | 2.2.4 (DPO02) | Wahlpflicht | HS |