220077 Herrschaft nach dem Sündenfall. Mittelalterliche Soziallehren und Menschenbilder (S) (SoSe 2011)

Inhalt, Kommentar

Das Nachdenken über Natur, Mensch und Gemeinschaft hat mit der Christianisierung Europas eine folgenreiche Theologisierung erfahren: Erst der Sündenfall nämlich schien eine mit Zwangsmitteln ausgestattete Herrschaft des Menschen über Menschen nötig gemacht zu haben; Sünde und Herrschaft, peccatum et potestas, verwiesen aufeinander. Aber seit dem Entstehen der Universitäten, der Ausbildung einer professionellen Rechtsgelehrsamkeit und der Rezeption der aristotelischen Praktischen Philosophie im 12. und 13. Jahrhundert standen der Mensch und seine Gemeinschaft erneut im Zentrum genuin philosophischer Diskurse, wurden beide wiederum als natürliche Phänomene diskutierbar. Die christliche Anthropologie blieb allerdings weiterhin in Geltung. Das hatte zur Folge, dass die Kämpfe um das rechte Menschen-, Geschichts- und Gesellschaftsbild in den folgenden Jahrhunderten nicht nachließen, dass die Spannungen zwischen politischer Theologie und politischer Theorie für das vormoderne Europa Struktur bildend geworden sind. Politische Wissenschaft, Humanismus und Aufklärung habe es bis heute nicht geschafft, den Versuchen zur Re-Theologisierung des politischen Denkens den Boden zu entziehen. Die Veranstaltung wird sich mit den wichtigsten Texten dieser Auseinandersetzung beschäftigen. Soweit wie möglich werden deutsche Übersetzungen zugrunde gelegt. Da die Fachsprache des gelehrten Diskurses überwiegend Latein ist, sollten allerdings Grundkenntnisse in Latein vorhanden sein. Ein wichtiger Teil der Sekundärliteratur ist darüber hinaus in Englisch verfasst.

Literaturangaben

Antony Black, Guilds and Civil Society in European Political Thought from the Twelfth Century to the Present, Cambridge 1984; ders., Council and Commune. The Conciliar Movement and the Council of Basle, London 1979; Hans Fenske/Dieter Mertens/Wolfgang Reinhard/Klaus Rosen, Geschichte der politischen Ideen. Von Homer bis zur Gegenwart, Frankfurt a.M. 1987; James Hankins (Hg.), Renaissance Civic Humanism. Reappraisals and Reflections, Cambridge 2000; Jürgen Miethke, Politische Theorien im Mittelalter, in: Politische Theorien von der Antike bis zur Gegenwart, hg. von Hans-Joachim Lieber, Bonn, München 1991, S. 47-156; Pipers Handbuch der politischen Ideen, hg. von Iring Fetscher und Herfried Münkler, Bd. 2, München Zürich 1993.

Lehrende

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Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Geschichtswissenschaft / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kern- und Nebenfach 3.1.7 Wahlpflicht 8 scheinfähig  
Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) 3.1.7 Wahlpflicht 8 scheinfähig  
Romanische Kulturen: Sprache, Literatur, Geschichte / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Nebenfach BaRKL4b; BaRK5g    
Studieren ab 50    

Keine Konkretisierungen vorhanden
Kein E-Learningangebot vorhanden
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Hinweise:
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Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Montag, 28. Februar 2011 
Letzte Änderung Räume:
Montag, 28. Februar 2011 
Art(en) / SWS
Seminar (S) / 2
Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Geschichtswissenschaft
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23151249