Als „Menschenprüfer“ hat Friedrich Nietzsche die Moralisten bezeichnet, die sich im Unterschied zu den Moralphilosophen als empirische Beobachter des Menschen, seiner Sitten, Gesinnungen und Gepflogenheiten verstehen und ihre Beobachtungen in der Regel in literarischen Kurzformen (Essay, Aphorismus, Maxime oder Kurzprosa) zum Ausdruck bringen. Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Entwicklung der europäischen Moralistik seit ihren Anfängen in der Renaissance. Die wichtigsten Autoren und Werke (darunter Montaignes Essays, La Rochefoucaulds Maximen und Reflexionen, Graciáns Handorakel, La Bruyères Charaktere, Chamforts Maximen, Nietzsches Aphorismen) werden in ihren jeweiligen historischen und kulturellen Kontexten vorgestellt und in Auszügen gemeinsam gelesen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf den Zusammenhang von anthropologischem Wissen und literarischer Form gerichtet werden.
keine
Robert Zimmer: Die europäische Moralistik zur Einführung, Hamburg: Junius 1999.
Margot Kruse: "Die französischen Moralisten des 17. Jahrhunderts", in: Neues Handbuch der Literaturwissenschaft, hg. von August Buck, 10. Band (Renaissance und Barock II), S. 280-300.
Gerhard Schröder: "Gracián und die spanische Moralistik", in: Neues Handbuch der Literaturwissenschaft, hg. von August Buck, 10. Band (Renaissance und Barock II), S. 257-279.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Literaturwissenschaft / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Nebenfach | BaLitBM1; BaLitP1; BaLitP4; BaLitP6 | 2/4 | |||
| Literaturwissenschaft / Master | (Einschreibung bis SoSe 2009) | MaLit2; MaLit3 | 2/4 | ||||
| Literaturwissenschaft / Master | (Einschreibung bis SoSe 2012) | MaLit2; MaLit3 | 3/7 | ||||
| Romanische Kulturen: Sprache, Literatur, Geschichte / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Nebenfach | BaRKF2 | ||||
| Studieren ab 50 |