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230193 "Unmögliche Liebe?" Liebeslyrik zwischen Mittelalter und Gegenwart (V) (WiSe 2020/2021)

Inhalt, Kommentar

In Wolfgang Herrndorfs Erfolgsroman "Tschick" fand ein Kapitel keinen Eingang, in dem der Protagonist Maik Klingenberg vom Deutschlehrer aufgefordert wird, Gedichte zu schreiben. Die Maßgabe des Lehrers, die Klingenberg kritisch sieht, lautet: «Lyrik ist die Sprache der Gefühle». Die Definition dessen, was unter ‹Lyrik› zu verstehen sein kann, ist gewiß komplexer; es trifft aber durchaus zu, daß Lyrik – für die der Aspekt der Gestaltung von Sprache gegenüber dem der Gestaltung von Wirklichkeit konstitutiv ist – privilegiertes Medium eines Gefühlsausdrucks ist, der niemals evident sein kann, sondern stets erzeugt werden muß.
In der Vorlesung nähern wir uns dem Phänomen ‹Liebeslyrik› im Krebsgang: Gegenstand ist der Minnesang, der in der Zeit um 1200 im Rahmen einer höfischen Literatur verfaßt wurde, jüngst aber durch eine Vielzahl von Lyrikern der Gegenwart – wie Monika Rinck, Joachim Sartorius, Durs Grünbein oder Nora Gomringer – ins Neuhochdeutsche übertragen wurde. Die Texte werden sowohl in ihrer mittelhochdeutschen (vielfältigen) Gestalt und einer grammatisch nahen Übersetzung als auch in den modernen Transformationen vorgestellt und interpretiert.
Aspekte der je unterschiedlichen soziohistorischen Einbettung (die ständische, des nähern höfische und homosozial organisierte Gesellschaft des Mittelalters beziehungsweise die funktional differenzierte moderne Gesellschaft) und medialen Darbietung (mündlicher Vortrag, handschriftliche Überlieferung, historisch-kritische Edition, künstlerische Transformation) werden dabei ebenso behandelt wie Fragen von Rhetorik und Ästhetik. Die Kenntnis des Mittelhochdeutschen ist hilfreich, wird aber nicht vorausgesetzt.

Literaturangaben

Unmögliche Liebe. Die Kunst des Minnesangs in neuen Übertragungen, hg. v. Tristan Marquardt u. Jan Wagner, München: Carl Hanser, 2017.

Lehrende

Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort / Format Zeitraum  
wöchentlich Mi 14-16 ONLINE   02.11.2020-12.02.2021

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