Migration, Geschlecht und soziale Ungleichheit: Studiegruppe qualitaitv
Der komplexe Zusammenhang zwischen internationalen Migrationsprozessen, geschlechtsspezifischen Kategorisierungen und der Entstehung von sozialen Ungleichheiten wird sowohl in medialen, als auch in sozialwissenschaftlichen Debatten kontrovers diskutiert. Während mediale Diskursebene zum Teil viktimisierender Darstellungsweise folgt, die MigrantInnen als Opfer patriarchalen Herrschaftsordnungen darstellt, hat sich in sozialwissenschaftlichen Debatten ein komplexeres Argumentationsmuster etabliert. Insgesamt lassen sich hier mindestens drei theoretischen Perspektiven auf Migration, Geschlecht und soziale Ungleichheit unterscheiden. Erstens sind, nach wie vor, marxistisch orientierte Ansätze relevant, die Prozesse der Ausbeutung auf Grundlage der geschlechtsspezifischen Kategorisierungen hervorheben (z.B. das Konzept der globalen Betreuungsketten). Zweitens werden zunehmend Ansätze populär, die ungleichheitsgenerierende Effekte der Kategorie Geschlecht in Wechselwirkung mit Kategorien, wie Ethnizität, Schicht, Alter etc. betrachten (z.B. der Intersektionalitätsansatz). Die daran anschließende migrationssoziologische Forschung legt stärkeren Wert auf die Mehrdimensionalität von Ungleichheitsproduktion. Drittens entstanden im Rahmen poststrukturalistischer Sozialtheorien Ansätze und Perspektiven, die Eindeutigkeit der geschlechtsspezifischen Kategorisierungen in Frage stellen (z.B. Queer Theory). Diese theoretische Perspektive berücksichtigt die Kategorie sexuelle Orientierung als relevant für Prozesse der Ungleichheitsproduktion.
Insgesamt verfolgt die qualitative Studiengruppe drei Ziele. Erstens sollen die oben genannten Theorieansätze vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden. Zweitens sollen auf der Grundlage der diskutierten Theorien durch die Studierenden eigene Mini-Studien durchgeführt werden. Deshalb wird, drittens, im Verlauf des Seminars ein strukturierter Einblick in die qualitative Migrationsforschung gegeben. Hier werden Fragen, wie 1) Zugang zum Feld, 2) Erhebungs- und 3) Auswertungsmethoden, 4) Reflexion über die Rolle des Forschenden im Forschungsfeld vorgestellt. Die Ergebnisse der Mini-Studien sollen in zwei letzten Sitzungen des Seminars gemeinsam diskutiert und bewertet werden.
Vorkenntnisse in Migrationsforschung sind vom Vorteil
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Di | 12-14 | U3-122 | 03.04.-10.07.2012 |
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| Modul | Veranstaltung | Leistungen | |
|---|---|---|---|
| 25-IR Interkulturalität reflexiv | Bereich 1: Theorien und Geschichte des interkulturellen Diskurses | Studienleistung
|
Studieninformation |
| - | unbenotete Prüfungsleistung | Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.
| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Internationales in Studium und Lehre (Einschreibung bis SS 2011) | 3 | aktive Teilnahme individuelle Ergänzung | |||||
| Soziologie / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kernfach | SG | 2 | (bei Einzelleistung 2 LP zusätzlich) |
für 'Aktive Teilnahme': Kurzreferat plus Durchführung eigener Mini-Studie,
für 'Zusatzpunkte': Erstellung eines Essays