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220046 Politische Kommunikation in Diktaturen (NS, Stalinismus) (S) (WiSe 2010/2011)

Inhalt, Kommentar

Der Diktaturenvergleich hat bisher vor allem die repressiven Elemente in den Vordergrund gerückt. Alltagsstrategien der Anpassung wurden kaum vergleichend als politisch bedeutsame Mechanismen des Erhalts und der Stabilität von Diktaturen untersucht. Das Forschungsseminar nimmt vergleichend den Nationalsozialismus und den Stalinismus in den Blick. Es geht von der Hypothese aus, dass keine der europäischen Diktaturen gezwungen war, die Masse der Bevölkerung allein durch allein durch Repression in Schach zu halten, sondern durch politische Kommunikation Gemeinschaft stiftende Werte vermitteln und sich auf eine erhebliche Bereitschaft der „schweigenden Mehrheit“ zur wohlwollenden Duldung stützen konnte. Untersucht werden sollen die Rahmenbedingungen, Mechanismen und Medien der politischen Kommunikation. Zu fragen ist nach der Bereitschaft der Bevölkerung zur Nichtbeachtung entscheidender Fakten und Praktiken, auf denen das Regime beruhte. Die Frage nach politischer Kommunikation in Diktaturen ist deshalb vor allem auch eine Frage nach dem Schweigen, erfolgreichen Tabuisierungen von Themen. Zu klären ist, welche Rolle Rituale zur Herstellung kollektiver Verbindlichkeit spielten, ob „unpolitische Räume“ zum Ausgleich geschaffen wurden und welche Bedeutung den unterschiedlichen schriftlichen Formen der politischen Kommunikation beigemessen wurde.

Literaturangaben

Ian Kershaw u. Moshe Lewin (Hg.), Stalinism and Nazism: Dictatorships in Comparison, Cambridge 1997; Michael Geyer u. Sheila Fitzpatrick (Hg.), Beyond Totalitarianism, Stalinism and Nazism Compared, Cambridge u.a. 2009; Detlev Peukert, Volksgenossen und Gemeinschaftsfremde. Anpassung, Ausmerzung und Aufbegehren unter dem Nationalsozialismus, Köln 1982; Bernd Stöver, Volksgemeinschaft im Dritten Reich: Konsensbereitschaft der Deutschen aus der Sicht sozialistischer Exilberichte, Düsseldorf 1993; Karen Petrone, Life Has Become More Joyous, Comrades. Celebration in the Time auf Stalin, Bloomington 2000; Michael Wildt, Volksgemeinschaft als Selbstermächtigung. Gewalt gegen Juden in der deutschen Provinz, 1919-1939, Hamburg 2007; Klaus Steinke (Hg.), Die Sprache der Diktaturen und Diktatoren, Beiträge zum internationalen Symposion an der Universität Erlangen vom 19. bis 22. Juli 1993, Heidelberg 1995; Victor Klemperer, Die unbewältigte Sprache. Aus dem Notizbuch eines Philologen 'LTI', Darmstadt 3. Aufl. 1966; Igal Halfin (Hg.), Language and Revolution: The Making of Modern Political Identities, London 2002

Lehrende

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Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Frauenstudien (Einschreibung bis SoSe 2015)    
Geschichtswissenschaft / Master (Einschreibung bis SoSe 2012) Mastermodul 4.1 Wahlpflicht 7.5 scheinfähig Theorieseminar Transnational  
Geschichtswissenschaft / Master (Einschreibung bis SoSe 2012) Modul 4.3; Modul 4.4; Modul 4.5 Wahlpflicht 9/4 scheinfähig  
Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) Modul 4.7 Wahlpflicht 6 scheinfähig  
Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) Modul PV Wahlpflicht 4 scheinfähig  
Politische Kommunikation / Master (Einschreibung bis SoSe 2013) 3.3    
Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
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