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250276 Soziale Ungleichheit und Geschlecht (BS) (WiSe 2019/2020)

Inhalt, Kommentar

Soziale Ungleichheit, verstanden als ein ungleicher Zugang von Menschen und Gruppen zu sozialen Positionen, die systematisch mit vorteilhaften oder nachteiligen Handlungs- und Lebensbedingungen verbunden sind, zeigt sich in der Bundesrepublik auf vielfältige Weise. Reiche leben besser als Arme, Arbeitslosen fehlt es an ausreichend materiellen Ressourcen, die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander, die einst als stabil geltenden Mittelschichten schrumpfen, Asylsuchende und Zuwanderer werden strukturell benachteiligt, die Bildungschancen sind in der Bundesrepublik mehrheitlich nach wie vor von der Herkunftsfamilie abhängig, alleinerziehende Frauen tragen ein hohes Armutsrisiko und last but not least sind trotz etlicher politischer Errungenschaften in den letzten Jahrzehnten zwischen Männer und Frauen immer noch scheinbar unüberbrückbare Einkommensunterschiede vorhanden. Darüber hinaus tragen Frauen nach wie vor die Hauptverantwortung für Familie und Hausarbeit und haben unterm Strich geringere berufliche Aufstiegschancen, um nur einige Beispiele der bestehenden Geschlechterungleichheit zu nennen.
Die soziale Ungleichheitsforschung – ursprünglich und immer noch ein Kernthema der Soziologie - hat sich in den letzten Jahren auch jenseits der Soziologie erheblich weiterentwickelt und ausdifferenziert, so dass inzwischen zahlreiche theoretische Ansätze vorliegen, die die in modernen Industriegesellschaften wachsende und sich verändernde Struktur vorhandener Ungleichheitslagen analysieren. Besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang der aus der Frauen- und Geschlechterforschung stammende und seit einigen Jahren verstärkt diskutierte Ansatz der Intersektionalität erlangt, der angesichts zunehmender sozialer Differenzierung unter Frauen nicht nur auf die klassische Strukturkategorie Geschlecht rekurriert, sondern diese durch weitere Kategorien wie Klasse, Ethnizität, Nationalität, Körper, Sexualität, Alter und je nach Ansatz durch weitere gesellschaftlich relevante Kategorien ergänzt. Dabei zielt das Intersektionalitätskonzept darauf ab, das Zusammenwirken verschiedener Positionen sozialer Ungleichheit zu analysieren und zu zeigen, dass sich Formen der Unterdrückung und Benachteiligung nicht additiv aneinanderreihen lassen, sondern in ihren Verschränkungen, Wechselwirkungen und gegenseitigen Abhängigkeiten zu analysieren sind. Durch die Beachtung verschiedener Strukturkategorien soll aufgezeigt werden, dass keine dieser Kategorien ausschließlich für sich alleine steht, sondern sowohl für sich als auch im Zusammenspiel mit den anderen Strukturkategorien einen die gesellschaftlichen Machtverhältnisse mitkonstituierenden Effekt hat. Intersektionalität, so pointiert Knapp, ist „eine systematische Erweiterung des Blicks auf Ungleichheit, Herrschaft, Diskriminierung und Differenz, die sich im Zuge feministischer Grundlagenkritik entwickelt hat“ (Knapp 2013: 350).
Das Seminar bietet einen profunden und verständlichen Überblick und Zugang zum im deutschsprachigen Raum diskutierten und prominent gewordenen Intersektionalitätskonzept, das verschiedene Ansätze umfasst und untersucht an Hand verschiedener Bereiche und Praxisbeispiele seinen Nutzen zur Analyse sozialer Ungleichheiten sowohl zwischen den Geschlechtern als auch zwischen Frauen.

In dieser Veranstaltung findet ein Platzvergabeverfahren statt. Bitte informieren Sie sich hier über den Ablauf: http://www.uni-bielefeld.de/erziehungswissenschaft/bie/faq.html

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Master of Arts: Voraussetzung ist die Einschreibung im Master of Arts Erziehungswissenschaft im WiSe 2019/20

Keine Vorkenntnisse, aber unbedingte Anwesenheit bei der ersten Sitzung und Bereitschaft zur Übernahme von Kurzreferaten

Literaturangaben

Crenshew, Kimberlé W. (2010): Die Intersektion von "Rasse" und Geschlecht demarginalisieren: Eine Schwarze feministische Kritik am Antidiskriminierungsrecht, der feministischen Theorie und der antirassistischen Politik (übersetzte und gekürzte Version des Originals von 1989). In: Lutz, Helma/Herrera Vivar, Maía Teresa/Supik, Linda (Hrsg.): Fokus Intersektionalität. Bewegungen und Verortungen eines vielschichtigen Konzeptes. Wiesbaden. S. 33-45. Knapp, Gudrun-Axeli (2013): Hauptartikel. Zur Bestimmung und Abgrenzung von "Intersektionalität". Überlegungen zu Interferenzen von "Geschlecht", "Klasse" und anderen Kategorien sozialer Teilung. Erwägen - Wissen - Ethik (EWE), 24(3). S. 341-354.

Lehrende

Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort Zeitraum  
einmalig Fr 12-14   11.10.2019 Vorbesprechung
einmalig Fr 12-20   22.11.2019
einmalig Sa 10-18:30   23.11.2019
einmalig So 10-18:30   24.11.2019

Klausuren

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Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
25-ME-A4 Inhaltliche Fokussierung E1: Inhaltliche Fokussierung 1 Studienleistung
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E2: Inhaltliche Fokussierung 2 Studienleistung
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25-ME-B4 Inhaltliche Fokussierung E1: Inhaltliche Fokussierung 1 Studienleistung
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benotete Prüfungsleistung
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E2: Inhaltliche Fokussierung 2 Studienleistung
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25-ME-C1 Historische und systematische Aspekte der Migrationspädagogik, Civic- and International Education E2: Civic- and International Education Studienleistung
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25-ME-C1-MGS-wp Historische und systematische Aspekte der Migrationspädagogik, Civic- and International Education E2: Civic- and International Education Studienleistung
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veranstaltungsübergreifend benotete Prüfungsleistung Studieninformation
25-ME-C4 Inhaltliche Fokussierung E1: Inhaltliche Fokussierung 1 Studienleistung
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E2: Inhaltliche Fokussierung 2 Studienleistung
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25-ME3 Forschungsprojekt E1: Thematische Einführung Studienleistung
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25-ME3-IT Forschungsprojekt E1: Thematische Einführung Studienleistung
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25-UFP6-C Fachbezogene Vertiefung: Migrationspädagogik, Civic- and International Education E2: Civic- and International Education Studienleistung
unbenotete Prüfungsleistung
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30-MGS-3 Hauptmodul 2: Sozialisation und Bildung Seminar 1 Studienleistung
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Seminar 2 Studienleistung
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Konkretisierung der Anforderungen

Referate und schriftliche Ausarbeitung oder Referate und Hausarbeit; weitere konkrete Anforderungen sind in den Modulhandbüchern erläutert und werden mit der Dozentin abgesprochen.

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