Die Grundlage des modernen Rechts bilden die verschriftlichten Gesetze; dennoch wird Recht gesprochen und fällt somit teilweise in die Domäne der Mündlichkeit, die in früheren Zeiten auch Träger eines Großteils der Rechtstradierung war. Greifbar wird das Recht älterer Gesellschaftsformen für die Forschung aber immer erst dann, wenn es auch in schriftlicher Form vorliegt, was zu der Frage führt, warum Kulturen zu einem bestimmten Zeitpunkt dazu übergehen, ihre Rechtsordnung niederzuschreiben und in welcher Form sie dieses tun. Für den deutschen Sprachraum lässt sich die Verschriftlichung des Rechts vermehrt im 12./13. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Ausbildung der Städte beobachten. Durch eine Differenzierung und Komplizierung des öffentlichen Lebens wird die mündliche Kommunikation immer mehr als ungenügend empfunden und deshalb schriftlich fixiert, was vor allem auch für den Rechtsbereich gilt.
Im Seminar wird zu Beginn die Frage erörtert, welchen Mustern die in diesem Kontext entstandenen Rechtstextsorten folgen, und ob ihre Verfasser dabei auf die schriftliche (lateinische) oder mündliche (volkssprachige) Tradition zurückgriffen haben. Im weiteren Verlauf soll ein Überblick über die Entwicklung der deutschen Rechtssprache unter Einbezug der Rechtsgeschichte erarbeitet werden, um letztendlich auch die moderne Fachsprache des Rechts mit ihren Textsorten (Gesetze, Urteile, Kommentare, juristische Hausarbeiten etc.) näher zu betrachten. Dabei werden folgende Fragen im Vordergrund stehen: Welche Textsorten und Textmuster haben sich vom Mittelalter bis heute gehalten? Welche Funktion übernimmt die Schriftlichkeit im Recht? Welchen Regeln folgt die Kommunikation im modernen Recht (z.B. vor Gericht)?
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Mo | 10-12 | C01-264 | 12.04.-23.07.2010 |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutsch als Fremdsprache und Deutschstudien / Master | (Einschreibung bis SoSe 2008) | MaDaFPM-SKSK | 3/7 | ||||
| Deutsch als Fremdsprache und Germanistik / Master | (Einschreibung bis SoSe 2012) | MaDaFG-GLing | 3/7 | ||||
| Germanistik / Master | (Einschreibung bis SoSe 2008) | MaGer-ZMa | 4 | ||||
| Linguistik: Kommunikation, Kognition und Sprachtechnologie / Master | (Einschreibung bis SoSe 2010) | MaLinISV2 | 0/4 |
Von den Studierenden wird die Bereitschaft erwartet, aktiv am Seminar teilzunehmen (Gruppenarbeiten etc.), sich auch auf Texte älterer Sprachstufen einzulassen und an einem Besuch einer Gerichtsverhandlung im Landgericht Bielefeld teilzunehmen.
Einzelleistungen können durch Hausarbeiten erbracht werden.