230340 Literaturtheorie des 20. Jahrhunderts. Vom russischen Formalismus zum 'Cultural Turn' (S) (SoSe 2010)

Inhalt, Kommentar

Seit der "Poetik" des Aristoteles und - wenn auch ex negativo - des berühmten X. Kapitels aus Platons "Politeia" haben Literatur und Kunst ihre Reflexion und Theoretisierung erfahren. Behandelt wurden stets der Stellenwert der Künste in der Gesellschaft, ihre Themen und Inhalte aber auch Kriterien ihrer formal-ästhetischen Gemachtheit. Daran hat sich eigentlich nicht viel geändert. Hinzugekommen ist jedoch - vor allem innerhalb des 20. Jahrhunderts - eine vielseitige, von wissenschaftlichen Diskursen reglementierte Aufbereitung der Theorie der Literatur. Die reflexiven Annäherungen an die Poesie sind stark von unterschiedlichen epistemologischen, ideologischen und philosophischen Vorbedingungen begleitet, so dass angesichts eines solchen methodologischen Pluralismus - welcher für das 20. Jahrhundert, der 'Epoche der Ismen', ja auch innerhalb künstlerischer Erscheinungsformen selbst konstitutiv ist - kaum von der (!) Literaturtheorie gesprochen werden kann. Angebrachter wäre es dagegen von unterschiedlichen Fragestellungen gegenüber dem Medium Literatur zu sprechen. Vor dem hintergrund dieser wissenschafts- und kulturhistorischen Ausgangslage sollen im Seminar kardinale Positionen der theoretisch-reflexiven Annäherung an die literarischen Künste gemeinsam diskutiert werden, wobei Stationen eines Paradigmenwechsels im Vordergrund stehen werden (Formalismus, Strukturalismus, Dekonstruktion und Cultural Turn). Nach der Rekonstruktion dieser markanten Ansätze sollen diese auch ihre kritische Überprüfung hinsichtlich ihrer praktischen Applizierbarkeit auf literarische Texte erfahren, wobei wahrscheinlich einzugestehen ist, dass deduktiven Verfahren innerhalb der Literaturwissenschaft deutliche Grenzen gesetzt werden und zwar vom Gegenstand ihrer Wissenschaft selbst, der Literatur. In der Veranstaltung könnten Texte gelesen und diskutiert werden von Wilhelm Dilthey, Martin Heidegger, Roman Jakobson, Viktor Sklovskij, Moritz Geiger, Emil Staiger, Hans Robert Jauß, Wolfgang Iser, Theodor W. Adorno, Roland Barthes, Jacques Derrida, Michel Foucault, Konrad Paul Liessmann, Harold Bloom, Stanley Fish, Niklas Luhmann, Steven Greenblatt, Moritz Basler, Hermann Bausinger, Walter Haug, George Steiner und Hans-Ulrich Gumbrecht. Ein wenig hängt die genauere Auswahl auch von den Interessen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab. Einige der nur schwer erhältlichen Texte werden in einem Reader zusammengefasst werden, der gegen Ende der vorlesungsfreien Zeit zu erwerben ist.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Interesse und Bereitschaft zur Einarbeitung in komplexe Theoriezusammenhänge, eigenständigen Reflexion und kritischen Diskussion

Literaturangaben

1) Klaus-Michael Bogdal (Hg.): Neue Literaturtheorien. Eine Einführung, Opladen 1997, zweite Auflage.
2) Terry Eagleton: Einführung in die Literaturtheorie, Stuttgart/ Weimar 1994, dritte Auflage.
3) Achim Geisenshanslüke: Einführung in die Literaturtheorie. Von der Hermeneutik zur Medienwissenschaft, Darmstadt 2007, vierte Auflage.
4) Jeremy Hawthorn: Grundbegriffe moderner Literaturtheorie. Ein Handbuch. Übersetzt von Waltraud Kolb, Tübingen 1994.
5) Ansgar Nünning (Hg.): Metzer-Lexikon Literatur- und Kulturtheorie. Ansätze - Personen - Grundbegriffe, Stuttgart/Weimar 2008, vierte Auflage.
6) Stefan Speck: Von Sklovskij zu de Man. Zur Aktualität formalistischer Literaturtheorie, München 1997.
7) Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart, hg. und kommentiert von Dorothee Kimmich. Vollständig überarbeitete und aktualiserte Fassung, Stuttgart 2008. (bitte anschaffen!)

Lehrende

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Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Germanistik / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kern- und Nebenfach BaGerP2S   2/5  
Germanistik / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) BaGerP2S   2/5  
Germanistik (GHR) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) BaGerP2S   2/5  

Anforderungen an eine regelmäßige und aktive Teilnahme (2 LP):
Regelmäßige Anwesenheit, Lektüre der Texte, Beteiligung am Seminargespräch sowie knappe Vorstellung einer literatutheoretischen Position im Plenum
Anforderungen an eine benotete Einzelleistung (5 LP):
Regelmäßige Anwesenheit, Lektüre der Texte, Beteiligung am Seminargespräch sowie Verfassen einer Hausarbeit oder das Ablegen einer mündlichen Prüfung von ca. 30 Minuten in der vorlesungsfreien Zeit

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Teilnahmebegrenzung:
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Hinweise:
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Dienstag, 23. Februar 2010 
Letzte Änderung Räume:
Dienstag, 23. Februar 2010 
Art(en) / SWS
Seminar (S) / 2
Einrichtung
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
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16572308