Welche Bedeutung haben Migrationsbewegungen für pädagogische Organisationen und pädagogische Handlungsansätze? Wie können diese unter migrationsbedingter Differenz angemessen gestaltet werden? Die systematische Bearbeitung dieser Fragen soll im Rahmen dieses Seminars aus einer international vergleichenden Perspektive vorgenommen werden. Anhand der exemplarischen Beschäftigung mit zwei unterschiedlichen nationalstaatlichen Kontexten (Spanien und Deutschland) soll eine international vergleichende migrationspädagogische Perspektive erworben werden. Spanien und Deutschland unterscheiden sich im Hinblick auf die Bedeutung von Migration für die sozialen, kulturellen und rechtlichen Verhältnisse. Unterschiede im länderübergreifenden Vergleich müssen beispielsweise vor dem Hintergrund einer unterschiedlichen Ein- und Auswanderungsgeschichte betrachtet werden. Bei allen Unterschieden sind jedoch beide Länder Teil der EU. Hier lässt sich z. B. feststellen, dass eine unterschiedliche geografische Lage (EU-Außengrenze oder nicht) Auswirkungen auf die Debatte hat und dass dies wiederum von Bedeutung ist für bildungspolitische Fragestellungen. So ist zu beobachten, dass in Spanien die Problemstellung von Migrantinnen und Migranten ohne legalen Aufenthaltsstatus in der Öffentlichkeit wahrgenommen und kontrovers diskutiert wird. Insbesondere die Problemlage minderjähriger Einwanderer und Einwanderinnen beschäftigt (nicht nur) das Bildungssystem. Betrachtet werden sollen also die unterschiedlichen gesellschaftlichen und historischen Dimension von Migrationsbewegungen in diesen beiden Kontexten und die jeweiligen pädagogischen Reaktionen darauf.
Während der fortlaufenden Lehrveranstaltung wird nach der Vertiefung des Themas Migrationspädagogik in Deutschland und Spanien in eine vergleichende Perspektive eingeführt. Davon ausgehend, werden Vergleichsdimensionen und Forschungsfragen entwickelt, denen im Rahmen einer einwöchigen Exkursion nach Barcelona/ Katalonien/ Spanien nachgegangen werden kann. Im Zentrum der Exkursion steht das Kennenlernen unterschiedlicher migrationspädagogischer Handlungsfelder, wie Nichtregierungsorganisationen, Kommunalpolitik, außerschulische Bildungsträger und Universität. Im Anschluss an die Exkursion wird eine gemeinsame Dokumentation erstellt.
Master of Arts: Voraussetzung ist die Zulassung zum Master of Arts Erziehungswissenschaft
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
|---|
| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Erziehungswissenschaft / Master | (Einschreibung bis SoSe 2011) | ME 15.1; ME 16.1 | 4 | aktive Teilnahme | |||
| Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2008) | H.1.2; H.2.5; H.2.6; H.3.1 | scheinfähig |
AT und Leistungsnachweise werden durch einen Eigenbeitrag im Rahmen der Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung und Dokumentation der Lehrveranstaltung erbracht.