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300392 Krieg und funktionale Differenzierung (LEH) (SoSe 2011)

Inhalt, Kommentar

Erstmals bietet auch der Arbeitsbereich Theorie eine Lehrforschung an, in der anstelle der Erhebung und Verarbeitung eigener empirischer Daten die Höhen und Tiefen, Schwierigkeiten und Anforderungen eines theoretischen Forschungsprozesses im Mittelpunkt stehen. Das Konzept zu solchen theoretischen Lehrforschungen befindet sich noch in der Testphase; interessierte Studierende sind eingeladen, an diesem Experiment teilzunehmen.

Kriege sind zweifellos Ereignisse, die auf Gesellschaftsebene bedeutsam sind (und nicht nur auf der Ebene von Individuen oder Organisationen). Trotzdem ist das Thema Krieg gesellschaftstheoretisch stark unterbelichtet. Wir werden uns diesem Problemfeld annähern, indem wir Kriege aus der Perspektive der Theorie funktionaler Differenzierung untersuchen. Vorausgesetzt ist mithin eine Theorie der Systemdifferenzierung, die zunächst Teilsysteme auf Gesellschaftsebene unterscheidet (etwa Politik, Wirtschaft, Recht, Massenmedien) und dann die Möglichkeit vorsieht, innerhalb dieser Teilsysteme wiederum Subsubsysteme zu unterscheiden (etwa innerhalb der Politik den zivilen Staatsapparat vom Militär). Mit diesem theoretischen Rahmen werden wir zunächst einige basale Erkenntnisse über die Bedingungen von Kriegführung in der modernen, funktional differenzierten Gesellschaft erarbeiten; die Lektüren sind in diesem Arbeitsabschnitt noch weitgehend für alle Teilnehmer identisch.

Anschließend werden sich die Teilnehmer (einzeln oder in kleinen Gruppen) auf einen eigenen, eng zugeschnittenen Aspekt des Themas spezialisieren, wobei jedoch alle Teilthemen einen Bezug zu der übergeordneten Perspektive „Krieg in der funktional differenzierten Gesellschaft“ behalten und somit eine gemeinsame Diskussionsbasis für die ganze Gruppe gewährleistet ist. Beispiele für solche Themen können etwa sein: Die (Ent-) Kopplung von politischer und ökonomischer Logik am Beispiel des Irakkriegs; Veränderungen in der Darstellung von Kriegen in den Massenmedien; Reaktionen des Militärs auf die zunehmende Prominenz der Opferperspektive und des Zivilistenschutzes in der öffentlichen Beurteilung von Kriegen; usw. usf. Der Grundidee nach sind diese Themen theoretisch, d.h. ohne eigene Datenerhebung und gestützt auf die verfügbare Literatur zu bearbeiten. Bei Interesse sind jedoch auch stärker empirische Teilprojekte möglich; so können etwa Medien-Themen auch mit eigenen Analysen von Zeitungsartikeln bearbeitet werden, und zum Thema „Neue Kriege“ können vermutlich Kontakte zu ehemaligen Kämpfern der kosovo-albanischen UCK vermittelt werden.

Die Vertiefung in ein solches Teilproblem erfordert intensive und umfangreiche Lektüre, die großteils eigenverantwortlich und nach eigener Recherche durchzuführen ist. Das Erlernen von Recherchetechniken und der Erwerb eigener Urteilsfähigkeit in Bezug auf soziologische Texte sind ein wichtiger Teil des Arbeitsprozesses. Konkret werden innerhalb der zweisemestrigen Lehrforschung folgende Arbeitsschritte verlangt:
- erste mündliche Präsentation des Problems vor der Gruppe (Sommersemester)
- Literaturrecherche und Literaturbericht, auch Anlegen einer eigenen Datenbank (Semesterferien)
- Erarbeitung eigener Thesen, Kontrastierung möglicher theoretischer Deutungen und Schärfung der theoretischen Urteilsfähigkeit (Wintersemester)
- Verfassen einer Abschlussarbeit (Wintersemester/Semesterferien)

Lehrende

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Klausuren

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Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Soziologie / Diplom (Einschreibung bis SoSe 2005) 2.5 Wahlpflicht HS
Soziologie / Master (Einschreibung bis SoSe 2012) Modul 7.1 Wahlpflicht 5  
Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
Lernraum
TeilnehmerInnen
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