Der Demographische Wandel bezeichnet zunächst einmal eine (prognostizierte) sozial-strukturelle Verschiebung. Vorausgesagt wird ein Rückgang der Bevölkerungszahl in Deutschland auf 68 Millionen bis zum Jahr 2050 und eine gleichzeitige Zunahme des Anteils alter Menschen (über 60 Jahre). An diese Prognose schließt bereits seit einigen Jahren ein massenmedialer und politischer Diskurs um Folgeprobleme dieser Entwicklung an. Besondere Prominenz erlangte dabei etwa die Debatte um die zukünftige Finanzierbarkeit der wohlfahrtsstaatlichen Sicherungssysteme.
Hiervon zu unterscheiden ist jedoch die Frage, welche spezifische Relevanz der Demographische Wandel für Organisationen hat. In der Literatur finden sich vor allem Hinweise auf Arbeitsmarkteffekte und einen zu befürchtenden Arbeitskräfte- bzw. Fachkräftemangel. Zudem gibt es eine unübersichtliche Fülle von beratungs- und praxisnahen Beiträgen, die ganz unterschiedliche Handlungsfelder markieren (z.B. Lebenslanges Lernen, Diversity Management; Gesundheitsmanagement).
Diese Lehrforschung geht von der Annahme aus, dass eine organisationale Thematisierung und Problematisierung des Demographischen Wandels unwahrscheinlich ist, da organisationale Relevanzstrukturen gegenüber Bevölkerungsentwicklungen unempfindlich sind. Aus dieser Anfangsannahme, die im Kontext der Lehrforschung entfaltet wird, ergeben sich eine Reihe von Fragestellungen, die im Rahmen dieser Lehrforschung untersucht werden sollen. Z.B.:
Ziel der Lehrforschung ist es also nicht, etwas über die sozialstrukturellen Aspekte des Demographischen Wandels zu erfahren, sondern darüber, wie Organisationen sich ihr eigenes Bild vom Demographischen Wandel machen.
In methodischer Hinsicht ist die Durchführung einer Befragung vorgesehen.
In der ersten Phase dieser Lehrforschung wird es darum gehen, den Fokus der Forschung schar zu stellen und das Design der Befragung zu entwickeln.
Lehrforschungen sind – wie jede ernst gemeinte Forschung – sehr zeitintensiv. Wesentliche Fortschritte werden vom studentischen Engagement außerhalb der Präsenzphasen abhängig sein. Die Bereitschaft für ein solches Engagement ist daher wichtige Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Veranstaltung. In sachlicher Hinsicht werden gute bis sehr gute Kenntnisse der Organisationssoziologie vorausgesetzt.
Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Teilnehmer begrenzt!
Jansen, Stephan A.; Huchler, Andreas (2005): Die demographie-sensitive Organisation. Eine Studie der betriebswirtschaftlichen Konsequenzen des demographischen Wandels für die Bereiche 'Personal', 'Forschung & Entwicklung', 'Vertrieb'. In: Jansen, Stephan A.; Priddat, Birger P.; Stehr, Nico (Hg.): Demographie. Bewegungen einer Gesellschaft im Ruhestand - Multidisziplinäre Perspektiven zur Demographiefolgenforschung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften , S. 51–110.
Haveman, Heather A. (1995): The Demographic Metabolism of Organizations. Industry Dynamics, Turnover, and Tenure Distributions. In: Administrative Science Quarterly, Jg. 40, S. 586–618.
Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
---|
Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
---|---|---|---|---|---|---|---|
Soziologie / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2005) | 2.5 | Wahlpflicht | HS | |||
Soziologie / Master | (Einschreibung bis SoSe 2012) | Modul 7.1 | Wahlpflicht | 7.5 |