230455 'A Culture of Violence' - Zur Semantisierung von Gewaltmotiven in Kultur und Popkultur (S) (WiSe 2009/2010)

Inhalt, Kommentar

Gewalt beherrscht die Medien – so zumindest scheint es, wenn die Diskussionen im Zusammenhang der Amokläufe in Erfurt, Eschede, Winnenden und Ansbach verfolgt werden. Von Gewalt beherrschte Medien mindern den Schulerfolg bei Jugendlichen – so zumindest heißt es in aktuellen Studien.

Mediale Gewalt, ob nun zu verteufeln oder zu tolerieren, ist ein Thema in Familie, Schule und Gesellschaft und muss schon deswegen in der akademischen Ausbildung von LehrerInnen und WissenschaftlerInnen berücksichtigt werden. Das Seminar will sich dem Gegenstand der medialen Gewalt auf literaturwissenschaftlicher Ebene nähern, um zu Fragen, welche Funktionen und Strukturen Gewalt in Medien haben kann und hat. Insgesamt geht es dabei weniger um eine Didaktisierung der jeweiligen Medien, sondern mehr um die Schaffung einer Möglichkeit für LehrerInnen, die Rolle von Gewalt in verschiedenen Werken zu verstehen und beurteilen zu lernen.

Zu diesem Zweck werden verschiedene aktuelle und klassische Filme, Computerspiele und Comics (über werkgetreue Umsetzungen in Comicverfilmungen) genauer betrachtet und eingehend auf ihre immanenten Aussagen zum Thema Gewalt hin untersucht. Ausgangsthese ist dabei, dass mediale Gewalt in Medien ein semantischer Akt ist. Nach der Aussage dieses Kommunikationsmittels ist in der Ausgestaltung der jeweiligen Werke zu forschen. Die Verarbeitung von psychologischer Gewalt (die von JugendschützerInnen weitestgehend ausgeklammert wird) und die Verarbeitung von körperlicher Gewalt stehen dabei im Interesse des Seminars. Dadurch wird das bestehende Jugendschutzsystem der BRD außen vor gelassen und durch einen innerhalb des Seminars zu erstellenden individualisierten Kriterienkatalog ersetzt. Dieser Kriterienkatalog dient schließlich als Grundlage für eine Entwicklung von Unterrichtsstrategien zum Umgang mit medialer Gewalt in Schule und Unterricht.

Literaturangaben

Zur einführenden Lektüre empfehle ich:

  • Nancy, Jean-Luc: Bild und Gewalt. In: Tyradellis, Daniel; Wolf, Burkhardt [Hrsg.]: Die Szene der Gewalt. Bilder, Codes und Materialitäten. Peter lang GmbH, Frankfurt (Main), 2007, S. 33-44.
  • Sarasin, Philipp: Gealt als Codierung und der Code als Gewalt bei Michel Foucault. In: Tyradellis, Daniel; Wolf, Burkhardt [Hrsg.]: Die Szene der Gewalt. Bilder, Codes und Materialitäten. Peter lang GmbH, Frankfurt (Main), 2007, S. 45-60.
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz [Hrsg.]: Die Ordnung der Medienkontrolle in Deutschland. Das neue System – Die neuen Regelungen. Berlin, 2003.

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
wöchentlich Di 16-18 U2-119 12.10.2009-05.02.2010
nicht am: 29.12.09 / 05.01.10

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Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Germanistik / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kern- und Nebenfach BaGerP2G; BaGerP3L   2/5  
Germanistik / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) BaGerP2S; BaGerP3L   2/5  
Germanistik (GHR) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) BaGerP2S; BaGerP3L   2/5  
Medienwissenschaft, interdisziplinäre / Master (Einschreibung bis SoSe 2014) Modul 1 Wahlpflicht 3  

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Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Mittwoch, 30. September 2009 
Letzte Änderung Räume:
Mittwoch, 30. September 2009 
Art(en) / SWS
Seminar (S) / 2
Einrichtung
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
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