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250344 Ringvorlesung „Coaching-Wahn ohne Wahnsinn – Kann wissenschaftliche Weiterbildung zu einer Professionalisierung beitragen?“ (V) (WiSe 2018/2019)

Inhalt, Kommentar

Coaching boomt - und das in mehrfacher Hinsicht. Nicht nur, dass Coaching sich immer mehr als Standtool der Personalentwicklung etabliert, auch die Coachingansätze und Coachingthemen nehmen eine fast unübersehbare Fülle an. Überspitzt formuliert kann man sagen: Heute kann alles mit allen gecoacht werden. Solche Entwicklungen "rufen" Professionalisierungsfragen auf dem Plan.

Diesen Fragen will die Ringvorlesung auf den Grund gehen und beleuchtet das Thema Coaching aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei läuft bei allen Perspektiven mit, ob wissenschaftliche Weiterbildung, die sich aktuell der Coachingsausbildung immer mehr annimmt, auf diese Fragen substantielle Antworten hat.

Vertiefende Informationen:
Coaching wird weiterhin und ohne das ein Ende in Sicht ist, eine steigende Nachfrage prognostiziert. Dieser Coaching-Boom oder um den Titel einer ZDF-Dokumentation von 2016 zu bemühen, dieser Coaching-Wahn, verdankt sich verschiedenen aktuellen Zeitdiagnosen:

Mit Blick auf den wirtschaftlichen Kontext wird seit einiger Zeit die sogenannte VUKA-Welt „ausgerufen“. Das Umfeld, in dem sich heute Unternehmen und damit auch Führungskräfte zu bewähren haben, zeichnet sich - so die VUKA Diagnose – durch steigende Komplexität und Volatilität aus, die sich in unsicheren und ambivalenten Entscheidungs- und Orientierungslagen manifestieren. Damit einhergehend fordern disruptive Veränderungen, mit denen Unternehmen verstärkt konfrontiert sind, eine immer schnellere Wandlungsfähig- und Anpassungsfähigkeit, um den kontinuierlichen Change-Anforderungen gerecht zu werden.

Diese dynamisierenden Entwicklungen im Wirtschaftssystem werden begleitet, wenn nicht gar katalysatorisch unterstützt, durch gesellschaftliche Beschleunigungsprozesse in fast allen Lebensbereichen, die sich selbst verstärken und in letzter Zeit vom Jenaer Soziologen Hartmut Rosa prägnant beschrieben wurden. Er unterscheidet drei Arten der Beschleunigung – die der technischen Beschleunigung, die des sozialen Wandelns und die des Lebenstempos. Die Folgen dieser Beschleunigungsdynamik machen sich u.a. in der Zeitknappheit, in ansteigenden psychischen Belastung und in einer allgemeinen Entfremdung bemerkbar.

Alle diese genannten Entwicklungen führen zu komplexen, aber insbesondere zu ambivalenten Entscheidungslagen auf Seiten der Entscheider. Coaching entwickelt sich vor diesem Hintergrund zu einem „Allheil-Mittel“, welches Entscheidungssicherheit und Orientierung vermitteln soll und welches sich fast zu einer „Dauereinrichtung“ entwickelt.

Diesen mit Coaching verbundenen Hoffnungen stehen auf der anderen Seiten Beobachtungen entgegen, die sich als Indizien für einen weiterhin geringen Professionalisierungsgrad der Coaching-Szene deuten lassen. So lässt sich eine zunehmende inhaltliche und methodische Ausdifferenzierung des Coachingfeldes wahrnehmen – man kann heute quasi alles mit allem coachen. Diese Ausdifferenzierung wird begleitet durch eine Coachingforschung, die sich zwar in einem positiven Entwicklungsprozess befindet, insgesamt aber immer noch in den Kinderschuhen steckt.

All dies trägt die Herausforderung in sich, zu vermeiden, dass der Coaching-Wahn nicht in einem Coaching-Wahnsinn endet. Hier könnte der wissenschaftlichen Weiterbildung eine zentrale Rolle zukommen. Angesiedelt an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis besteht für sie die Möglichkeit, zu einer stärkeren Professionalisierung des Coaching-Feldes beizutragen.

Die Ringvorlesung nimmt die beschriebenen Spannungsfelder auf und fragt: Coaching-Wahn ohne Wahnsinn – Kann wissenschaftliche Weiterbildung zu einer Professionalisierung beitragen?

Themen und Referenten:
16.10.2018 Rat und Unrat – warum wir ohne Beratung und Coaching nicht mehr leben können?
(Prof. Rainer Zech, Hannover)

30.10.2018 Zum Verhältnis von Coaching und pädagogischer Beratung
(Prof. Katharina Gröning, Bielefeld)

13.11.2018 Organisationale Interventionen im Coaching als Professionalisierungsdimensi-on
(Dr. Charlotte Heidsiek, Hamburg)

27.11.2018
Personals Interventionen im Coaching als Professionalisierungsdimension
(T. Torsten Nicolaisen, Kiel)

11.12.2018 Zum Stand wissenschaftlicher Weiterbildung im Bereich Coaching
Dr. Kirchhof (Universität Flensburg)

08.01.2018 Interaktionelle Professionalisierung als Leitmetapher wissenschaftlicher Wei-terbildung am Beispiel Coaching
Prof. Markus Walber, Dr. Christian Kuhlmann

Begleitseminar (Master) zur Ringvorlesung:
Es gibt im Master-Studiengang ein Seminar zur Ringvorlesung:
Humanistische Ansätze in Beratung und Coaching. Seminar zur Ringvorlesung „Coaching-Wahn ohne Wahnsinn – Kann wissenschaftliche Weiterbildung zu einer Professionalisierung beitragen?“ (250345)

Lehrende

Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort Zeitraum  
14täglich Di 18-20 X-E0-236 16.10.2018-01.02.2019

Klausuren

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