"Sich zu bilden und gerade auch ästhetisch zu bilden ist nicht allein Privatsache; vielmehr sind die öffentlichen Angebote dazu ein Gradmesser der Demokratie und der Humanität in der Gesellschaft. ... Die Bildungsinstitutionen stehen vor großen Veränderungen, wenn sie dies ernst nehmen." (Wolfgang Schulz 1992)
Der Deutsche Kulturrat fordert 17 Jahre später, also aktuell dazu auf, Kooperationen zwischen Lehrern und außerschulischen Kunst- und Kulturvermittlerinnen im Sinne eines „Tandemunterrichts“ systematisch auszubauen und die Lehrerausbildung in allen Sparten um den Bereich der (inter)kulturellen Bildung als „integralen Bestandteil“ zu erweitern. Die Bundesländer, Regionen und Städte wetteifern um produktive Kooperationsstrukturen. Künstler werden zu Lehrerfortbildern erklärt. An den Schnittstellen von schulischer Bildung mit interkultureller und künstlerischer Bildung werden die Karten neu gemischt, Akzente verschoben, Zielperspektiven revidiert, Aufgabenverteilungen verändert. Erhalten "klassische Visionen" einen aktuellen bildungspolitischen Raum?
Welche Erwartungen für welchen Zweck verbinden sich mit dieser Entwicklung und auf welche Bildungsdefizite wird damit reagiert? Um welche andere Art und welche anderen Formen des Lernens kann es dabei gehen? Mit welchen Risiken, aber auch Chancen ist dies verbunden?
Neben der Arbeit mit - den Diskurs initiierenden und tragenden - Schlüsseltexten, der Beschäftigung mit aktuellen orts- und raumspezifischen Konzeptionen sollen auch eigene künstlerisch-ästhetische Erfahrungen im Seminarzusammenhang erprobt werden. Die praktisch-reflexive Teilnahme an oder auch forschend-reflexive Begleitung von künstlerisch-pädagogischen Projekten in Schulen der Region owl kann vorbereitet und vermittelt werden und zur Bildung einer projektbegleitenden Studien- und Forschungsruppe auch für die kommenden Semester genutzt werden.
Das Seminar kann zur Einführung in den Problemzusammenhang genutzt werden. Abhängig von den Voraussetzungen und Interessen ist eine inhaltliche und/oder forschungs- und praxisbezogene Vertiefung möglich und erwünscht. Die aktive und verantwortliche Mitgestaltung des Seminars wird ausdrücklich begrüßt, ebenso wie die Bereitschaft, sich auf experimentelle Lernformen, künstlerische und ästhetische Lernerfahrungen auch selbst einzulassen.
Hentig, H.v.: Ästhetische Erziehung im politischen Zeitalter; in ders (1969): Spielraum und Ernstfall, Stuttgart
Schulz, Wolfgang: Die ästhetische Dimension der Bildung – Hoffnung auf den edukativen Beitrag der Mimesis, in: Otto,G. Luscher-Schulz, Gerda (Hrsg) (1997): Ästhetische Bildung – Beschreibung einer Aufgabe, Weinheim - Basel
Kettel, Joachim. u.a. (Hg): Künstlerische Bildung nach Pisa; Beiträge zum internationalen Symposion >Mapping blind spaces - neue Wege zwischen Kunst und Bildung<, Schloss Rotenfels 08
Rolling, S., Sturm, E. (Hrsg) (2004): Dürfen die das? Kunst als sozialer Raum – Art/Education/Cultural Work/Commumities, Wien (Ruria und Kant)
Engel, B. (2008). Schule als KunstOrt – Künstlerische Interventionen als situative Verortungen im Kontext einer ästhetischen Bildungsvision. In Busse, K.-P., Pazzini, K.-J. (ed) (Un)Vorhersehbares lernen: Kunst – Kultur – Bild. Norderstedt (Dortmunder Schriften zur Kunst. Studien zur Kunstdidaktik. Band 6).
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
|---|
| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Erziehungswissenschaft / Master | (Einschreibung bis SoSe 2011) | ME 17.1 | 4 | aktive Teilnahme | |||
| Erziehungswissenschaft GHR / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2011) | MA.3.3.2; MA.5.3.2 | 3 | aktive Teilnahme keine Vertiefung möglich | |||
| Erziehungswissenschaft GymGe / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2011) | MG.3.3.2; MG.5.3.2 | 3 | aktive Teilnahme keine Vertiefung möglich | |||
| Erziehungswissenschaft (Nebenfach) / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Nebenfach | M.3.3.2; M.5.3.2 | 3 | aktive Teilnahme keine Vertiefung möglich | ||
| Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2008) | H.1.3; H.2.5; H.2.6 | scheinfähig |
aktive Teilnahme: nachträgliche schriftliche Reflexion des Seminars auf der Grundlage von Protokollnotizen in selbst zu wählenden Aspekten (ca. 4 Seiten) oder Seminarbeitrag ohne Ausarbeitung
Leistungsnachweis DSL: Seminarbeitrag mit Ausarbeitung (ca. 8 Seiten) oder Hausarbeit (ca. 15 Seiten)
Seminarbeiträge können sowohl in der Form eines wissenschaftlichen Referats, der wissenschaftlichen Darstellung und Verteidigung von Thesen zur Thematik des Seminars, in der praktisch-konzeptionellen - auch experimentell-künstlerischen - Vorbereitung und reflexiven Nachbereitung einer Seminarsitzung oder in der Präsentation und kritischen Reflexion eines kulturpädagogischen Projekts bestehen.