Während Aufzeichnungen großer Taten eines Herrschers oder eines Volkes in verschiedenen Formaten bereits im Alten Orient verbreitet waren, haben die Griechen die Geschichtsschreibung im emphatischen Sinn erfunden. Indem sie als Autoren persönlich vor ihr Publikum traten, stellten sie ein für allemal klar, daß die historische Rekonstruktion an Perspektiven gebunden, also subjektiv ist. Zugleich aber entwickelten sie Methoden, den Stoff zu finden, zu ordnen und gedanklich zu durchdringen, die dieser Art von Rede über Vergangenes gegenüber konkurrierenden Formen einen besonderen Anspruch auf Geltung gaben. An den bedeutenden Vertretern der griechischen Geschichtsschreibung – Herodot, Thukydides und Polybios – läßt sich ferner zeigen, wie große Erschütterungen das Bedürfnis nach historischer Orientierung erzeugten. Es wird also viel von der Kontexten die Rede sein, den realhistorischen wie den intellektuellen. Im Mittelpunkt aber stehen die Werke selbst, neben den ‘großen’ auch ein Autor wie Xenophon und die wichtigsten der vielen nur fragmentarisch überlieferten Werke.
Fritz Gschnitzer, Griechische Geschichtsschreibung, in: Propyläen Geschichte der Literatur 1, Berlin 1981, 232-53; Klaus Meister, Die griechische Geschichtsschreibung. Von den Anfän¬gen bis zum Ende des Helle¬nismus. Stuttgart u.a. 1990; Torry J. Luce, Die griechischen Historiker. Düsseldorf/Zürich 1998; Kurt von Fritz, Die griechische Geschichtsschreibung, Bd. 1, Berlin 1967 (mehr nicht erschienen); Wolfgang Schadewaldt, Die Anfänge der Geschichtsschreibung bei den Griechen. Herodot, Thukydides, Frankfurt 1982; John Marincola (ed.), A Companion to Greek and Roman Historiography, Malden/Oxford 2007.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
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| Geschichtswissenschaft / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | 3.1.1 | Wahlpflicht | 8 | scheinfähig | |
| Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2014) | 3.1.1 | Wahlpflicht | 8 | scheinfähig | ||
| Studieren ab 50 |
Regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit, Vorbereitung und Leitung einer Seminarsitzung (mit Tischvorlage, ggf. in Kleingruppen); schriftliche Hausarbeit (20-25 S.). – Griechischkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht Bedingung.