Glaubt man dem Ausspruch Heines Heines dann beginnt der literarische Vormärz „mit der Insurrektion gegen Goethe“. Damit bezeichnet Heine bereits den Bruch zur Literatur der Goethezeit, sowohl zur Klassik wie auch zur Romantik. Es fragt sich dann, mit welchen neuen Programmen und literarischen Formen nach dem „Ende der Kunstperiode“, von dem Hegel in einem gewisse Sinne meinte, dies bedeute das Ende der Kunst, sich Autoren wie Heine, Büchner, Börne, Grabbe, Freiligrath oder Herweg vom großen Erbe befreiten.
Einen entscheidenden Hinweis gibt der Name“Vormärz“, weist dieser doch bereits auf die spezifische geschichtlich-politische Gebundenheit an die bürgerlichen Revolutionen um 1848 in Deutschland und ganz Europa. Die Literatur des Vormärz ist – wenngleich nicht nur – so doch vornehmlich politische Literatur. Sie ist vielleicht überhaupt die erste Form „engagierter“ Literatur in Deutschland und vor allem in Heinrich Heines Werk sieht man die Spannungen zwischen politischem Engagement und dem Beharren auf poetischer Autonomie.
Das Seminar wird sich daher nicht allein den etablierten Gattungen zuwenden, sondern auch die publizistischen und politischen Schriften mit einbeziehen. Die Bandbreite der Texte wird von Karl Marx' „Manifest der kommunistischen Partei“ über Büchners „Dantons Tod“ und Hoffmann von Fallerslebens „Lied der Deutschen" bis zu Heines „Atta Troll“ reichen.
Die Texte werden sofern möglich und nötig im digitalen Semesterapparat bereit gestellt. Die anzuschaffende Lektüre wird kurz vor Seminarbeginn über den Emailverteiler bekanntgegeben.
Da es sich um eine Profilmodulveranstaltung handelt, wäre es sinnvoll, wenn die Basismodulveranstaltung "Theorie und Geschichte des 19. Jahrhunderts" zuvor belegt worden wäre.
Desweiteren setzt die Veranstaltung zumindest geschichtliche Grundkenntnisse über die Zeit von 1835-1848 voraus. Siehe dazu auch die Literaturangaben.
Zur Vorbereitung empfohlen:
Norbert Otto Eke: Einführung in die Literatur des Vormärz. Darmstadt 2005
Zur historischen Orientierung:
Alexa Geisthövel: Restauration und Vormärz 1815-1847. Paderborn u.a. 2008
Frank Engehausen: Die Revolution von 1848/49. Paderborn u.a. 2007
Frank Lorenz Müller: Die Revolution von 1848/49. Darmstadt 2002
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Mo | 10-12 | C01-276 | 12.10.2009-05.02.2010 |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Germanistik / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | BaGerP2L | 2/5 | |||
| Germanistik / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2014) | BaGerP2L | 2/5 | ||||
| Germanistik (GHR) / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2014) | BaGerP2L | 2/5 |
Für die aktive Teilnahme wird erwartet, dass die Texte grundlich gelesen und vorbereitet sind. Dazu gehört auch die Orientierung über die jeweiligen Autoren. Besonderen Wert lege ich auf das Adjektiv "aktiv" bei der Teilnahme. Es handelt sich nicht um eine Vorlesung, sondern ein universitäres Seminar, das vom Gespräch lebt.
Eine benotete Einzelleistung kann nur im Rahmen einer schriftlichen Hausarbeit erbracht werden. Ideal, aber nicht zwingend erforderlich, wäre es, wenn die Idee zur Hausarbeit zuvor im Seminar vorgestellt wird. Jede Hausarbeit muss zuvor in der Sprechstunde besprochen werden. Unangemeldete Arbeiten nehme ich nicht an.
Als Abgabetermin sollte das Ende der Semesterferien angepeilt werdden.