220123 Das Bild von der Antike um 1800 (Ü+K) (SoSe 2009)

Inhalt, Kommentar

Das in der Epoche des Klassizismus etablierte Antikebild ist prägend für unser heutiges Verständnis vom Klassischen Altertum. In der Zeit um 1800 wurden von Kunstverständigen, Intellektuellen und Künstlern grundlegende Anschauungen vor allem zu den materiellen Hinterlassenschaften der Griechen und Römer ausgebildet. Sie erlaubten erstmals einen bereits nach anfänglichen wissenschaftlichen Kriterien erarbeiteten Entwurf eines eigenen, objektbasierten Bildes von der Klassischen Antike, das in Teilen unabhängig von der auf Schriftquellen basierenden Klassischen Philologie Bestand hatte. Den Ausgangspunkt dafür bilden die Schriften des Archäologen Johann Joachim Winckelmann, die ihre Wirkmächtigkeit bis weit ins 19. Jahrhundert hinein haben, als längst schon im Zuge der Verwissenschaftlichung und Ausdifferenzierung der Fächer der Alten Geschichte, der Klassischen Archäologie und der Klassischen Philologie weiterreichende hermeneutische Instrumentarien zur Interpretation der Klassischen Antike entwickelt worden waren.

Das Seminar möchte in der kritischen Lektüre von Primärquellen einerseits und in der eigenen Anschauung andererseits einen Zugang zum klassizistischen Antikeverständnis um 1800 und zu den materiellen Hinterlassenschaften des Klassischen Altertums gewähren. Vorgesehen ist eine dreitägige Blockveranstaltung, in der an zwei Tagen grundlegende Texte sowie deren Autoren vorgestellt und interpretiert werden. Gelesen werden sollen Abhandlungen zur klassischen Antike von Burckhardt, Goethe, Heinse, Herder, Humboldt, Lessing, Mengs, Moritz, Schiller und Winckelmann.
An einem dritten Tag ist eine Exkursion in die Antikensammlung nach Kassel geplant, wo vor den Objekten das in der klassizistischen Literatur entworfene Antikebild überprüft werden kann. Zudem besuchen wir die Sonderausstellung „Bunte Götter“.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Teilnahmebedingungen: Übernahme eines Referates mit Papier; Teilnahme an der Exkursion

Literaturangaben

Einführende Literatur zur Klassischen Archäologie:

  • Bergemann, Johannes, Orientierung Archäologie. Was sie kann, was sie will (Hamburg 2000) S. 113–144 (Geschichte der Klassischen Archäologie)
  • Borbein, Adolf H. u. a. (Hrsg.), Klassische Archäologie. Eine Einführung (Berlin 2000) S. 7–21 (Einführung)
  • Lang Franziska, Klassische Archäologie (Tübingen 2002) S. 157–250 (Material, Methode, Deutung)

Literatur zur Exkursion:

  • Brinkmann, Vinzenz – Wünsche, Raimund (Hrsg.), Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulptur, Ausstellungskatalog (München 2003)

Literatur zum Antikebild des Klassizismus:

  • Hofter, Mathias René, Die Sinnlichkeit des Ideals: zur Begründung von Johann Joachim Winckelmanns Archäologie (Ruhpolding 2008) S. 125–272
  • Marchand, Suzanne L., Down from Olympus. Archaeology and Philhellenism in Germany, 1750–1970 (1996) S. 3–74
  • Sichtermann, Hellmut, Kulturgeschichte der Klassischen Archäologie (München 1996) S. 80–199
  • Winckelmann, Johann Joachim, Geschichte der Kunst des Altertums (Darmstadt 1972)

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
einmalig Di 16-18 S4-200 21.04.2009
einmalig Sa 8-20   09.05.2009 Exkursion Antikensammlung Kassel
Block Block 9-17 S2-147 20.-21.06.2009

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Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Geschichtswissenschaft / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kern- und Nebenfach Modul 3.1; Modul 2.3   4 scheinfähig  
Geschichtswissenschaft / Master (Einschreibung bis SoSe 2012) 4.2.1   4.5 scheinfähig  

Keine Konkretisierungen vorhanden
Kein E-Learningangebot vorhanden
registrierte Anzahl: 15
Dies ist die Anzahl der Studierenden, die die Veranstaltung im Stundenplan gespeichert haben. In Klammern die Anzahl der über Gastaccounts angemeldeten Benutzer*innen.
Teilnahmebegrenzung:
Begrenzte Anzahl Teilnehmer*innen: 20
Adresse:
SS2009_220123@ekvv.uni-bielefeld.de
Lehrende, ihre Sekretariate sowie für die Pflege der Veranstaltungsdaten zuständige Personen können über diese Adresse E-Mails an die Veranstaltungsteilnehmer*innen verschicken. WICHTIG: Sie müssen verschickte E-Mails jeweils freischalten. Warten Sie die Freischaltungs-E-Mail ab und folgen Sie den darin enthaltenen Hinweisen.
Falls die Belegnummer mehrfach im Semester verwendet wird können Sie die folgende alternative Verteileradresse nutzen, um die Teilnehmer*innen genau dieser Veranstaltung zu erreichen: VST_11352377@ekvv.uni-bielefeld.de
Hinweise:
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Donnerstag, 26. September 2013 
Letzte Änderung Räume:
Freitag, 20. März 2009 
Art(en) / SWS
Übung (Ü) + Kurs (K) / 2+2
Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Geschichtswissenschaft
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ID
11352377