221052 Wozu eigentlich Militärgeschichte? Probleme und Perspektiven der Erforschung von Krieg und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert (K+Ü) (SoSe 2005)

Kurzkommentar

Inhalt, Kommentar

Die Militärgeschichte in Form traditioneller Operationsgeschichte ist seit längerem mit guten Gründen in die Kritik geraten. Zahllose positivistische Darstellungen über die Einsätze von Panzern und Kriegsschiffen, Schlachtenbeschreibungen und verklärende Feldherrnbiographien lassen eine derartige Militärgeschichte inzwischen obsolet erscheinen. Damit stellt sich die Frage, inwieweit diese historische Teildisziplin für die heutige Geschichtswissenschaft noch fruchtbar zu machen ist. In diesem Blockseminar soll der Blick auf Kriege und militärische Strukturen als konstitutive Faktoren moderner Gesellschaften gerichtet werden. Methodisch kommt es darauf an, die strukturelle Gewalt im Krieg in ein Verhältnis zur Gewaltbereitschaft und zu den Weltbildern der militärischen und zivilen Akteure zu setzen. Inhaltlich werden im Seminar nicht die Taten großer Feldherrn betrachtet, sondern die umfassenden Auswirkungen des Krieges auf zahlreiche Sektoren des politischen, kulturellen und sozialen Lebens analysiert: In welcher Weise organisierten sich die Gesellschaften im Zeitalter der 'totalen Kriege' nach militärischen Gesichtspunkten? Welche Kriegserlebnisse machten dabei einfache Soldaten und welche die Menschen an der 'Heimatfront', worin unterschieden sich die Kriegserfahrungen von Männern und Frauen? Insgesamt kommt es darauf an die vielfältigen Perspektiven der Militärgeschichte und ihr innovatives Potential für die Forschung zu umreißen. Eine moderne Militärgeschichte kann eine methodische Herausforderungen darstellen, indem sie hilft, den durch und um den Krieg geordneten Zusammenhang der gesellschaftlichen Teilbereiche zu erfassen.

Literaturangaben

T. Kühne /B. Ziemann (Hg.), Was ist Militärgeschichte?, Paderborn 2000.
J. Keegan, Das Antlitz des Krieges. Die Schlachten von Azincourt 1415, Waterloo 1815 und an der Somme 1916, Frankfurt/M. 1991.
M. Geyer, Eine Kriegsgeschichte, die vom Tod spricht, in: T. Lindenberger [u.a.] (Hg.): Physische Gewalt. Studien zur Geschichte der Neuzeit, Frankfurt/M. 1995, 136-61.
A. Marwick, War and Social Change in the Twentieth Century, London 1974.
Higonnet, M.R./ Higonnet, P.L.-R. (Hg.), Behind the Lines. Gender and the Two World Wars, London 1987.
W. Wette (Hg.), Der Krieg des kleinen Mannes. Eine Militärgeschichte von unten, München 1992.

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Geschichtswissenschaft / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kern- und Nebenfach   4 benotet  

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Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Montag, 6. Juni 2005 
Letzte Änderung Räume:
Montag, 6. Juni 2005 
Art(en) / SWS
Kurs (K) + Übung (Ü) / 2
Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Geschichtswissenschaft
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