„zwielichtiges lernen“ kann gelesen werden als Aufforderung, Zwielichtiges zu lernen – und verweist damit auf die Sinnhaftigkeit der reflexiven Erschließung der Welt von einer anderen als der „üblich“ gedachten Seite her. Andererseits kann „zwielichtiges“ auch adjektivisch das Lernen qualifizieren – und damit auf den Doppelcharakter dieser Veränderungsform hindeuten: im Sinne des „großen Zwangs zur kleinen Freiheit“ (Geißler/Orthey 1998) oder der Gleichzeitigkeit von Selbstverwirklichungschance und verzweckter Selbstausbeutung. Beide Lesarten von „zwielichtiges lernen“ sind möglich - und für diese Veranstaltung sind auch beide angemessen. Denn beide Lesarten machen Unterschiede. Vor allem zu den gesellschaftlich und bildungspolitisch favorisierten und gelegentlich auch schöngefärbten Lerneinredungen. Unterschiede auch zu der völligen Instrumentalisierung des Lernens im Sinne einer Individualisierung von Problemlagen, von der gesellschaftlicher und ökonomischer Mehrwert erwartet wird. Unterschiede zu den allenthalben verbreiteten Unterscheidungen zu den bearbeiteten Themen. In diesem Sinne sollen die „Gegenstimmen“ in dieser Veranstaltung Unterscheidungen treffen, die es – in Anlehnung an Gregory Batesons bekannten Satz – ermöglichen, einen Unterschied machen zu können.
In dieser Blockveranstaltung werden differenzmachende Beiträge zu Meinungen, Strömungen, Trends und Sprachspielen angeboten, die heutzutage oft als Main-Stream in praxisorientierten, aber auch in wissenschaftlichen Diskursen und Communities diskutiert werden.
Geplante thematische Gliederung:
1. Tag:
Einführung „Zwielichtiges Lernen“ - „Das aufgelöste Subjekt“ – „Die Lern-Falle“ – „Bildung oder Einbildung? Oder: Ich weiß, was ich nicht weiß!“
Dazwischen Murmelgruppen, Vertiefungsgruppen, Fishbowls zur Diskussion und Erweiterung, abschließend schriftliche Reflexion.
2. Tag
Gegenstimmen zu „Kundenorientierung“ – „Kompetenz“ - „Lernen – immer ein Erlebnis!“
Gegenstimmen zu „Lernabstinenz“, „Dienstleistung“ und „Trainerauswahl auf dem Qualitäts-Prüfstand“
Gegenstimmen zu „Tools“, „Beratung“ und „Lifelong Guidance“
Dazwischen Murmelgruppen, Vertiefungsgruppen, Fishbowls zur Diskussion und Erweiterung, abschließend schriftliche Reflexion.
3. Tag
Gegenstimmen zu „Netzwerken“, „Zeit zu Lernen“ und „Lernerfolg“
Optionale „Specials“: „Avanti Simultanti“, „Wer einen Beruf ergreift ist verloren.“ „Employability: Ein Bildungskonzept für die Ich-AG“, „Ab ins virtuelle Leben: Klick und weg!“, „Im Strudel des Etikettenschwindels“ „Schnee von heute: Fragmente einer Sprache des Geldes“, „Ach Du liebe Zeit!“ ...
Dazwischen Murmelgruppen, Vertiefungsgruppen, Fishbowls zur Diskussion und Erweiterung, abschließend schriftliche Reflexion.
Methode
Die Halbtagessequenzen der Veranstaltung sind wie folgt gegliedert:
1. Thematische Impulse mit Murmelgruppen (1 – 1,5 Std.)
2. Vertiefungsgruppen (1 Std.)
3. Fishbowl mit Entsandten aus den Vertiefungsgruppen und heißem Stuhl mit Diskussion zentraler Aspekte, Anreicherungen und Erweiterungen durch die Studierenden. (1 Std.)
4. Nachmittags abschließend: schriftliche Reflexion
Voraussetzungen:
Bereitschaft zu aktiver, kontinuierlicher Teilnahme.
Bereitschaft zu aktiver, kontinuierlicher Teilnahme.
| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Frauenstudien | (Einschreibung bis SoSe 2015) | ||||||
| Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2008) | G.4.4; G.4.3; H.2.3; H.2.4 |