381019 Zufallsästhetik - Zufall als Prinzip in Kunst und Musik der Moderne (S) (SoSe 2004)

Kurzkommentar

Inhalt, Kommentar

Schon Leonardo da Vinci dienten zufällige Gesteinsstrukturen als Quelle künstlerischer Inspiration, wenngleich er noch weit davon entfernt war, sie als Kunstwerk anzusehen. Erst in der Moderne wurde der Zufall als künstlerisches Prinzip anerkannt. Der Dadaismus erhob ihn explizit zum Stilmittel. Im Surrealismus, dem abstrakten Expressionismus, der Objektkunst, dem Informel oder der konkreten Kunst spielt er eine wichtige Rolle, bis in die zeitgenössische Kunst hinein. In der Musik dagegen scheint sich die Gebundenheit an Formen zunächst hemmend auf zufällige musikalische Strukturen auszuwirken, bis in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der medialen Wende ein neues Medium für kurze Zeit auch den Zufall in der Musik zum Thema hat.

In dem irrationalen Moment des Zufalls manifestiert sich die Sehnsucht nach einer "anderen Welt", spiegelt sich das Unbewusste wider, kommt eine gleichsam natürliche Kreativität und Ästhetik zum Ausdruck. Dabei wird der Zufall nicht als planloses Geschehen verstanden, wie die allgemeine Bedeutung des Wortes nahe legen würde. Vielmehr offenbart sich in ihm eine übergeordnete Gesetzlichkeit, er ist also durchaus planvoll. In diesem Sinne wird er von zeitgenössischen Künstlern eingesetzt: Otto Piene erklärt lapidar, der Mensch sei ein Stümper, der Natur gelinge es hingegen durch den Zufall, Kunstwerke zu schaffen. Eigene kreative Fähigkeiten werden hier bewusst negiert. Wolf Kahlen geht noch weiter, der "Macherwille" limitiere nicht nur, sondern deformiere die Kunst - den Zufallsformen wird eine höhere Qualität beigemessen. Vor diesem Hintergrund besteht die Aufgabe des Künstlers oder der Künstlerin darin, geeignete Rahmenbedingungen für die bestmögliche Entfaltung der "naturschönen" Strukturen zu schaffen. In diesem Seminar werden die Erscheinungsformen der Zufallsästhetik sowohl für die Musik als auch für die Kunst beobachtet, vor allem aber werden die unterschiedlichen kunst- bzw. musikspezifischen Verständnisse beider Künste thematisiert.

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
wöchentlich Mo 14-16 T0-260 26.04.-30.07.2004

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Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Kunst und Musik / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) BT.1   3  
Kunst und Musik / Lehramt Primarstufe B1; B2 Pflicht GS und HS
Kunstpädagogik / Diplom Nebenfach B1; B2 Pflicht GS und HS
Kunstpädagogik / Magister Nebenfach B1; B2 Pflicht GS und HS
Musikpädagogik / Diplom Nebenfach B1; B2 Pflicht GS und HS
Musikpädagogik / Magister Nebenfach B1; B2 Pflicht GS und HS

Keine Konkretisierungen vorhanden
Kein E-Learningangebot vorhanden
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Hinweise:
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Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Donnerstag, 15. Januar 2004 
Letzte Änderung Räume:
Montag, 19. Januar 2004 
Art(en) / SWS
Seminar (S) / 2
Einrichtung
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft / Studienfächer / Kunst- und Musikpädagogik
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1091936