300135 Öffentlichkeitsbeteiligung in der Technikbewertung (S) (SoSe 2004)

Kurzkommentar

Inhalt, Kommentar

Eine verstärkte Beteiligung der Öffentlichkeit an politischen Prozessen wird in den letzten Jahren in unterschiedlichen Kontexten als eine zentrale Demokratisierungsstrategie diskutiert. Diese allgemeine Demokratisierungsdebatte hat auch in der Technikfolgenabschätzung und -bewertung (TA) ihren Niederschlag gefunden. Seit Anfang der 1990er Jahre sind sog. partizipative Verfahren der TA, d.h. Verfahren der Bürgerbeteiligung, konzeptionell weiterentwickelt und empirisch in vielen Staaten erprobt worden. Sie gelten als Möglichkeit der Beratung zwischen Öffentlichkeit, Wissenschaft und Politik.
Partizipative TA-Verfahren werden von ihren Befürworter/innen zumindest implizit mit hohen demokratietheoretisch fundierten Erwartung verbunden: Sie sollen eher als traditionelle hierarchische Politikverfahren in der Lage sind, die Beteiligten zu motivieren, neues Wissens hervorzubringen, Lernprozesse zu initiieren, Möglichkeiten zur Konfliktlösung aufzuzeigen sowie schließlich die Akzeptanz und Legitimität politischer Entscheidungen zu steigern. Allerdings verbinden sich mit solchen Verfahren auch gewichtige Probleme wie ein Mangel an politischer Repräsentation, Machtunterschiede durch die unterschiedliche Verfügung über materielle und kognitive Ressourcen zwischen den Verfahrensbeteiligten sowie eine Enttäuschung der Partizipationseuphorie bei den Beteiligten ob der Effekte und Bedeutung (impacts) von partizipativen Verfahren. Eine wesentliche Ursache dieser Probleme liegt darin, dass die Modalitäten sowie die Anbindung partizipativer TA an die Institutionen der repräsentativen Demokratie nicht hinreichend geklärt sind; dies ist ein zentrales Manko der TA-Theorie und Praxis.

Ziel des Seminars ist es, (1) die theoretischen Prämissen von Bürgerbeteiligung in der TA zu erörtern, (2) exemplarische Modelle und empirische Erfahrungen zu untersuchen sowie (3) die spezifische Leistungsfähigkeit partizipativer TA-Verfahren aus einer demokratietheoretischen Perspektive zu beurteilen.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Keine; wünschenswert sind Kenntnisse in der Wissenschafts- und Technikforschung und/oder in der Demokratietheorie

Literaturangaben

  • Ammon, Ursula/Behrens, Maria (Hg.) (1998): Dialogische Technikfolgenabschätzung in der Gentechnik, Münster.
  • Baron, Waldemar M. (1995): Technikfolgenabschätzung: Ansätze zur Institutionalisierung und Chancen der Partizipation, Opladen.
  • Grunwald, Armin (2002) Technikfolgenabschätzung - eine Einführung, Berlin.
  • Handbuch Technikfolgenabschätzung. 3 Bd, Berlin.
  • Joss, Simon (2002): Towards the Public Sphere - Reflections on the Development of Participatory TA. Bulletin of Science, Technology & Society 22 (3), 220-231.
  • Joss, Simon/Bellucci, Sergio (Hg.) (2002): Participatory Technology Assessment. European Perspectives. London.
  • Koeberle, Sabine/Gloede, Fritz/Hennen, Leonhard (Hg.) (1997): Diskursive Verständigung? Mediation und Partizipation in Technikkontroversen, Baden-Baden.
  • Saretzki, Thomas (1997): Demokratisierung von Expertise? Zur politischen Dynamik der Wissensgesellschaft In: Klein, Ansgar/Schmalz-Bruns, Rainer (Hg.): Politische Beteiligung und Bürgerengagement in Deutschland, Bonn, 277-313.
  • Schiller, Theo (2002): Direkte Demokratie. Eine Einführung. Frankfurt/M., New York

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Soziologie / Promotion   Graduierte
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Seminar (S) / 2
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Fakultät für Soziologie
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