Der Begriff der „Rasse“ ist seit den nationalsozialistischen Verbrechen politisch und wissenschaftlich diskreditiert. Dagegen setzt sich der Begriff des „Rassismus“ für alle Formen der Diskriminierung von Menschen aufgrund bestimmter „objektiver“ Unterschiede erst nach 1945 durch. Der Begriff ist schwierig. Zum einen umfasst er alle möglichen Formen der Diskriminierung. Zum anderen handelt es sich um einen polemischen Begriff. Die Analyse von rassistischem Verhalten steht immer in einem politisch-moralischen Kontext und macht es nicht unbedingt leichter, eine soziologische Theorie des Rassismus zu entwerfen.
In dem Seminar soll es aber genau darum gehen: Rassismus soll als Methode sozialer Differenzierungs- und Exklusionsprozesse, d.h. im Kontext der Machtsoziologie gelesen werden. Rassismus als Form der Macht zu begreifen, heißt umgekehrt zugleich, ihn als universelles soziales Prinzip sozialer Differenzierung und Diskriminierung zu verstehen.
Since the national socialist crimes against humanity the term of "race" is politically and scientifically discredited. The term of the „racism“ for all forms of discrimination of people due to certain „objective“ differences accomplished after 1945. This term is very difficult. On the one hand it contains several forms of discrimination. On the other hand the term is normative and polemic. Therefore the analysis of racist behavior always stands in a political and moral context, so it doesn’t become easier to formulate a sociological theory of racism.
However, in our course we will read racism as a means of social differentiation and exclusion processes. It should be analyzed in the context of a sociology of social power. Understanding racism as a form of power means, in reverse, understanding it as an universal social principle of social differentiation and discrimination.
Kompetenzen: Lektürekompetenz, Selbstreflexivität pädagogischer Praxis, sozialwiss. Grundlagenkenntnisse
Aktive Teilnahme: Übernahme eines Referats, Lektüre der Seminartexte, Teilnahme an der Seminardiskussion
Agamben, Giorgio: Homo sacer. Die souveräne Macht und das nackte Leben, Frankfurt am Main 2002.
Baumann, Zygmunt: Moderne und Ambivalenz. Das Ende der Eindeutigkeit, Hamburg 1992.
Bohn, Cornelia: Inklusion, Exklusion und die Person, Konstanz 2006.
Elias, Norbert / John L. Scotson: Etablierte und Außenseiter, Frankfurt am Main 1993.
Eßbach, Wolgang: Gemeinschaft – Rassismus – Biopolitik, in: Wolfgang Pircher (Hg.): Das Fremde – der Gast, Bd. 1, Wien 1993, S. 19-35.
Friedrichs, Jürgen/Wolfgang Jagodinski: Theorien sozialer Interaktion, in: Dies. (Hg.): Soziale Integration, Opladen 1999, S. 9-43.
Goffman, Erving: Stigma. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität, Frankfurt am Main 1967.
Keck, Rudolf W. (Hg.): Schule in der Fremde - Fremde in der Schule, Münster 2004.
Kronauer, Martin: ‚Exklusion’ als Kategorie einer kritischen Gesellschaftsanalyse. Vorschläge für eine anstehende Debatte. In: Heinz Bude (Hg.): Das Problem der Exklusion. Ausgegrenzte, Entbehrliche, Überflüssige, Hamburg 2006, 27-45.
Markert, Thomas: Ausgrenzung in Schulklassen. Eine qualitative Fallstudie zur Schüler und Lehrerperspektive, Bad Heilbrunn 2007.
Popitz, Heinrich: Phänomene der Macht, 2. erw. Aufl., Tübingen 21992.
Priester, Karin: Rassismus. Eine Sozialgeschichte, Leipzig 2003.
Terkessidis, Mark: Die Banalität des Rassismus. Migranten zweiter Generation entwickeln eine neue Perspektive, Bielefeld 2004.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
|---|
| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Erziehungswissenschaft (Kernfach) / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kernfach | BE 8.1 | 3 | aktive Teilnahme | ||
| Frauenstudien | (Einschreibung bis SoSe 2015) | ||||||
| Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2008) | G.2.2 | |||||
| Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2008) | H.2.2 | |||||
| Studieren ab 50 |