230360 Heroismus und Melancholie in 'Staatstragödien' des Barock (S) (SoSe 2009)

Inhalt, Kommentar

Mit Heroismus und Melancholie sind zwei Schlüsselbegriffe benannt anhand derer die Kulturgeschichte des Barock beschrieben werden kann. Signifikanterweise sind beide Begriffe nur zwei Seiten einer Medaille: der sich grundlegend wandelnden Gesellschaftsstruktur im 17. Jahrhundert, die den seit der Antike immer außer Frage stehenden Heroismus von Königen, Poetentaten und Feldherren bedroht, und es offenbar großer Anstrengungen in der Kunst bedarf, um diesen Mythos aufrechtzuerhalten. Dies ist von eminenter Bedeutung, da das Heroische nicht zu trennen ist von der Legitimation politischer Herrschaft. Das sich mehr und mehr durchsetzende Bewusstsein der Vergänglichkeit, der Auflösung einer ‚alten‘ Welt artikuliert sich auf der anderen Seite in einer Gemütshaltung, für die Albrecht Dürer bereits 1514 in seinem Stich „Melencolia“ die ikonographische Formel prägte: Der Held des Barock ist meist zugleich ein Melancholiker.

Im Seminar werden wir zunächst versuchen, uns den Begriffen anzunähern und eine Vorstellung davon zu bekommen, was mit ihnen im Zeitkontext gemeint sein könnte. Dafür werden wir uns Beispiele aus der Traktatistik des 17. Jahrhunderts ansehen. Bevor wir mit der Analyse ausgewählter Tragödien beginnen, gilt es zudem sich einige zentrale poetologische Positionen zur Dramenpoetik des Barock zu erarbeiten.

Die Texte werden zu Seminarbeginn zur Verfügung gestellt, sofern sie nicht günstig über den Buchhandel zu beziehen sind. Die anzuschaffenden Titel werden vor Veranstaltungsbeginn über den Mailverteiler bekannt gegeben. Voraussetzung für die aktive Teilnahme ist die Bereitschaft, sich mit historisch und sprachlich fremderscheinenden Texten intensiv auseinanderzusetzen und diese in der Gruppe zu diskutieren. Es handelt sich bei der Veranstaltung um ein Seminar, nicht um eine Vorlesung.

Benotete Einzelnachweise können durch Referate mit anschließender Ausarbeitung zu einer Hausarbeit erlangt werden.

Literaturangaben

Zur Vorbereitung eignen sich:
Dirk Niefänger: Barock. Stuttgart – Weimar 2000
Robert J. Alexander: Das deutsche Barockdrama. Stuttgart 1984 (nur antiquarisch zu beziehen, bzw. über die Bibliothek)

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
wöchentlich Mo 16-18 C01-276 14.04.-24.07.2009

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Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Germanistik / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kern- und Nebenfach BaGerP2L   2/5  
Germanistik / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) BaGerP2L   2/5  
Literaturwissenschaft / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Nebenfach BaLitBM2   2/4  
Literaturwissenschaft / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Nebenfach BaLitBM1   2/4  

Keine Konkretisierungen vorhanden
Kein E-Learningangebot vorhanden
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Falls die Belegnummer mehrfach im Semester verwendet wird können Sie die folgende alternative Verteileradresse nutzen, um die Teilnehmer*innen genau dieser Veranstaltung zu erreichen: VST_10452787@ekvv.uni-bielefeld.de
Hinweise:
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Donnerstag, 26. September 2013 
Letzte Änderung Räume:
Montag, 26. Januar 2009 
Art(en) / SWS
Seminar (S) / 2
Einrichtung
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
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10452787