Das Erhabene bildet, wenn nicht einen Gegenbegriff, so doch den Komplementärbegriff zum Schönen. Schon in der Antike wurde damit in der ästhetischen Reflexion eine Systemstelle geschaffen mit der das „Andere“ der Kunsterfahrung beschrieben werden konnte. Erst die Wiederentdeckung eines Traktates, das heute unter dem Autornamen „Pseudo-Longinus“ bekannt ist, stellte im 17. Jahrhundert der Fokussierung auf das Schöne und damit seit Platon auch des Guten, eine andere Möglichkeit der Antike an die Seite. Das Erhabene hat nun Konjunktur und wird bei Boileau in Frankreich, bei Addison und Burke in England und bei Kant und Schiller zu einer zentralen Kategorie der ästhetischen Theorie. Das Erhabene wurde dabei, vor allem im 20. Jahrhundert, immer wieder mit politischen Implikationen aufgeladen, in ihr ein kritische Potential gesehen, dass eine „Gegenästhetik“ provoziere, so bei Adorno, Richard Rorty und Lyotard. Es erweist sich als hybride Begriffskonstruktion in der ästhetische Reflexion, religiöses Empfinden, Politik, Kulturkritik und moralische Wertungen zusammenfließen und die sich immer an der Bruchstelle zwischen Ideal und Wirklichkeit abarbeitet.
Das Seminar wird zentrale Texte der antiken, französischen, englischen und deutschen Diskussion über das Erhabene lesen und diskutieren. Diese werden zu Seminarbeginn zur Verfügung gestellt. Lektüren erfolgen auf Englisch und Deutsch. Voraussetzung für die aktive Teilnahme ist die Bereitschaft, sich mit komplexen philosophischen Texten intensiv auseinanderzusetzen und diese in der Gruppe zu diskutieren. Es handelt sich bei der Veranstaltung um ein Seminar, nicht um eine Vorlesung.
Benotete Einzelnachweise können durch Referate mit anschließender Ausarbeitung zu einer Hausarbeit erlangt werden.
Literaturhinweise:
Zur Vorbereitung eignen sich folgende Artikel:
Jörg Heininger: [Art.] Erhaben. In: Ästhetische Grundbegriffe, hg. v. Karlheinz Barck u.a., Stuttgart 2000-2005, Bd. 2, S. 275-310
A. Müller / G. Tonelli / R. Homann: [Art.] Erhaben, das Erhabene. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, hg. v. Joachim Ritter u.a., Basel 1971-2007, Bd. 2, S. 624-635.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Mo | 10-12 | U2-113 | 14.04.-24.07.2009
nicht am: 01.06.09 |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Germanistik / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | BaGerP2S | 2/5 | |||
| Germanistik / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2014) | BaGerP2S | 2/5 | ||||
| Germanistik (GHR) / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | BaGerP2S | 2/5 | |||
| Germanistik (GHR) / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2014) | BaGerP2S | 2/5 | ||||
| Literaturwissenschaft / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Nebenfach | BaLitBM2 | 2/4 | |||
| Literaturwissenschaft / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Nebenfach | BaLitBM1 | 2/4 |