Wer jüngere Schriften von Niklas Luhmann liest, wird um den Namen George Spencer Brown nur schwerlich herumkommen: Der amerikanische Mathematiker hat in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen Indikationenkalkül gebildet, dem unter anderem Heinz von Foerster eine geradezu revolutionäre Wirkung attestierte. Mit dem Dualismus von „Unterscheidung“ und „Bezeichnung“, dem „markierten“ und „unmarkierten“ Zustand sowie dem oft zitierten „Re-entry“ hat er nicht nur Mathematiker und Philosophen bewegt; auch die soziologische Theorie konnte mit Spencer Brown und anderen teilformalisiert werden.
Anhand der Lektüre der „Gesetze der Form“, sowie der Einführungsschrift „Form der Paradoxie“ von Felix Lau und dem Herausgeberwerk „Probleme der Form“ von Dirk Baecker soll sich in der Studiengruppe Schritt für Schritt folgenden Fragen genähert werden:
Wie funktioniert der Kalkül von Spencer Brown?
Was ist eigentlich ein Kalkül?
Welche Logik liegt dem Indikationenkalkül zugrunde?
Welche Elemente hat Niklas Luhmann auf welche Weise verwendet?
Welchen Nutzen hat die Formalisierung überhaupt für die Soziologie?
Was kann man kritisieren?
Welche Alternativkonzepte gibt es?
Selbstständig soll die Lektüre erarbeitet und dann mit den Kommiliton*innen diskutiert werden. Unterstützt werden sie dabei von Professor Werron, den die Gruppe mit aufgekommenen Fragen, Unklarheiten etc. in der Sprechstunde konfrontieren darf. Außerdem wird es eine Abschlusssitzung mit ihm zu den Ergebnissen geben. Die Initiatoren der Gruppe sind zu Beginn dabei nicht oder nur unwesentlich wissender als das Plenum, was die Lektüre betrifft. Aus den vielen Fragezeichen, die im Selbststudium der „Gesetze der Form“ gesetzt werden mussten, erwuchs die Idee, das Wissen zu diesem spannenden Bereich gemeinsam mit anderen Neugierigen zu mehren.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| 14täglich | Mi | 10-12 | X-B3-117 | 10.05.-28.07.2017 |
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