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220028 Struktur und Ereignis der Reformation (S) (WiSe 2013/2014)

Inhalt, Kommentar

Der erst hundert Jahre später als „Reformation“ bezeichnete mehrdimensionale und polyvalente Ereigniskomplex (Olaf Mörke) zwischen 1517 und 1555, angefangen bei den 95 Thesen Martin Luthers gegen den Ablasshandel 1517 und endend mit dem Augsburger Religionsfrieden 1555, stellt bis heute sowohl für die Geschichtsschreibung als auch für die Geschichtswissenschaft eine theoretische und methodische Herausforderung ersten Ranges dar. Denn es gilt die Wirkungszusammenhänge vor, während und nach der Reformation und die längerfristigen gesellschaftlichen Folgen dieses Großereignisses zu erkennen, wobei letztere gegenwärtig in der Forschung besonderes Interesse auf sich ziehen. Inzwischen wird immer deutlicher erkennbar, dass diesem Großereignis mehrere Zeitstrukturen unterschiedlicher Dauerhaftigkeit von religiösen, theologischen, kulturellen, rechtlichen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Gewohnheiten, Traditionen und Beziehungen unterlagen. Diese Strukturen waren mitunter in unterschiedlichem Maße auf verschiedenen Handlungsebenen (Gemeinde, Stadt, Region, Territorium, Reich bzw. lokale, regionale und internationale Beziehungen) wirksam, mitunter beeinflussten sie sich wechselseitig und prägten auf je spezifische Weise die Handlungsbedingungen der sozial heterogenen Akteure. Welche Ereignisse und Strukturen letztlich für ihr Handeln ausschlaggebend wurden und welche Konsequenzen ihre Entscheidungen faktisch vor Ort hatten, gilt es zum einen in regional- und mikrohistorischen Fallstudien anhand einschlägiger Quellen nachzuweisen oder wenigstens hypothetisch plausibel zu erörtern, zum anderen gilt es die Verallgemeinerbarkeit solcher Befunde auf regionaler, territorialer und internationaler Ebene explizit zu begründen und zu erörtern, statt sie aus nationalpolitischer und / oder konfessioneller Perspektive lediglich anzunehmen oder einfach zu unterstellen. Dass eine solche analytische Durchdringung des Ereigniskomplexes der Reformation bereits eine voneinander abweichende Chronologie erkennen lassen kann, wenn man die Ebenen von Landgemeinden, Städten, Regionen, territorialen Herrschaftskomplexen und des Deutschen Reiches genauer in den Blick nimmt, wird zu den elementaren Erfahrungen dieses Seminars gehören, so dass verschiedene Zeitschichten der Reformation – kondensiert in den Begriffen ‚Ereignis’ und ‚Struktur’ – erkennbar werden. Dabei wird sich das Augenmerk insbesondere auf „strukturbrechende und strukturbildende Ereignisse“ (Andreas Suter) auf verschiedenen Handlungsebenen richten.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Interesse. Beide Grundkurse sollten erfolgreich abgeschlossen sein.

Literaturangaben

Reinart Koselleck, Darstellung, Ereignis und Struktur, in: Ders., Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten, Frankfurt / Main 19842, S. 144-157; Ders., Sprachwandel und Ereignisgeschichte, in: Ders., Begriffsgeschichten. Studien zur Semantik und Programmatik der politischen und sozialen Sprache, Frankfurt / Main 2006, S. 32-55; Andreas Suter / Manfred Hettling (Hrsg.), Struktur und Ereignis, Göttingen 2001; Rainer Wohlfeil, Einführung in die Geschichte der Reformation, München 1982; Bernd Moeller, Deutschland im Zeitalter der Reformation, Göttingen 19994; Stefan Ehrenpreis / Ute Lotz-Heumann, Reformation und konfessionelles Zeitalter, Darmstadt 2002; Peter Blickle, Die Reformation im Reich, Stuttgart 2000; Olaf Mörke, Die Reformation. Voraussetzungen und Durchsetzung, München 2005; Peter Blickle, Gemeindereformation: Die Menschen des 16. Jahrhunderts auf dem Weg zum Heil, München 1985; Franziska Conrad, Reformation in der bäuerlichen Gesellschaft. Zur Rezeption reformatorischer Theologie im Elsaß, Wiesbaden 1984; Heinrich Richard Schmidt, Reichsstädte, Reich und Reformation. Korporative Reichspolitik 1521-1529, Stuttgart 1986; I. Saulle-Hippenmeyer, Nachbarschaft, Pfarrei und Gemeinde in Graubünden 1400-1600, Chur 1997; Rosi Fuhrmann, Kirche und Dorf. Religiöse Bedürfnisse und kirchliche Stiftung auf dem Lande vor der Reformation, Stuttgart 1994; Peter Kamber, Reformation als bäuerliche Revolution. Bildersturm, Klosterbesetzungen und Kampf gegen die Leibeigenschaft in Zürich zur Zeit der Reformation (1522-1525), Zürich 2010; Bernd Hamm, Bürgertum und Glaube: Konturen der städtischen Reformation, Göttingen 1996; Anton Schindling / Walter Ziegler (Hrsg.), Die Territorien des Reichs im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung. Land und Konfession 1500-1650, 7 Bde, Münster 1992-1997.

Lehrende

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Klausuren

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Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
22-3.1 Hauptmodul Vormoderne
3.1.4
Seminar Vormoderne Studienleistung
benotete Prüfungsleistung
Studieninformation
22-B4-LFS-Ha Geschichte 1: Hauptmodul Geschichte der römischen und der romanischen Welt (für Studierende mit Kernfach Geschichte) Seminar benotete Prüfungsleistung
Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Geschichtswissenschaft / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kern- und Nebenfach 3.1.4; 3.4.5; 3.6.5   8 scheinfähig  
Geschichtswissenschaft (G) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) 3.4.5 Wahlpflicht 8 scheinfähig  
Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) 3.1.4   8  
Geschichtswissenschaft (HR) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) 3.6.5 Wahlpflicht 8 scheinfähig  
Romanische Kulturen: Sprache, Literatur, Geschichte / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Nebenfach BaRKF4b; BaRKS4b    
Romanische Kulturen: Sprache, Literatur, Geschichte / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Nebenfach BaRK5e; BaRK5f    
Studieren ab 50    
Konkretisierung der Anforderungen

Entnehmen Sie bitte Ihren jeweiligen FSB und den dazugehörigen Modulhandbüchern.

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