Ingeborg Bachmann gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. In diesem Jahr wäre sie 100 Jahre alt geworden. Ihr Werk ist geprägt von der Erfahrung des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und der politischen wie gesellschaftlichen Umbrüche der Nachkriegszeit. Zugleich reichen ihre Texte weit über diesen historischen Kontext hinaus. Sie untersuchen, wie Gewalt in Sprache, Beziehungen, gesellschaftlichen Ordnungen und individuellen Lebensgeschichten fortwirkt. Gerade darin liegt ihre ungebrochene Aktualität.
Literatur erscheint bei ihr sowohl als Ort der Erkenntnis und Kritik als auch als Möglichkeit, Gegenentwürfe zur bestehenden Wirklichkeit zu formulieren. Ihre Texte fragen danach, wie Wahrheit sprachlich vermittelt werden kann, wie politische Gewalt in private Beziehungen eindringt und welche Bedingungen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen oder verhindern.
Zentraler Gegenstand des Seminars wird der Roman Malina sein, in dem Fragen nach Identität, Erinnerung, Liebe, psychischer Gewalt und dem Verschwinden weiblicher Subjektivität auf komplexe Weise miteinander verbunden werden. Ergänzend werden wir ausgewählte Erzählungen, Gedichte und Hörspiele behandeln. Filmbeispiele eröffnen zudem eine mediale Perspektive auf Bachmanns Werk und seine künstlerische Weiterverarbeitung.
Bachmann, Ingeborg: Malina, Suhrkamp 2011 (aber auch jede weitere Ausgabe)
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| 14täglich | Mi | 12-14 | 21.10.2026-05.02.2027 |
| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Studieren ab 50 | Spezialveranstaltungen |