Neuropsychologie hat in der prächirurgischen Hirndiagnostik eine relevante Funktion. Häufig sind gängige Diagnoseverfahren jedoch nicht auf Patient*innen mit besonderen Bedürfnissen abgestimmt oder angepasst.
Am Beispiel der prächirurgischen Sprachdiagnostik wird in diesem Vortrag veranschaulicht, wie der Einsatz der funktionellen transkraniellen Dopplersonographie (fTCD) die Hürden der gängigen Diagnoseverfahren (fMRT, Wada-Test) überwinden und eine patientenfreundliche Ergänzung der gängigen Verfahren darstellen kann.
Basis des Vortrags ist ein aktuelles Forschungsprojekt an der Universitätsklinik für Epileptologie im Krankenhaus Mara. Ziel der Studie ist ein prospektiver Vergleich der funktionellen transkraniellen Doppersonographie (fTCD) zur Sprachlateralisation im Rahmen der prächirurgischen Epilepsiediagnostik mit den aktuellen Standardverfahren funktionelles MRT (fMRT) und Wada- Test. Als alternatives, nicht invasives Verfahren erlaubt auch die fTCD eine Bestimmung der Sprachdominanz durch Vergleich der Blutflussgeschwindigkeit über eine Dopplersonographie der A. cerebri media über ein seitliches Knochenschallfenster am Schädel.
Die Kenntnis der Sprachdominanz ist für die Bewertung des Risikoprofils für diverse Patientengruppen essentiell [(1) Patientinnen und Patienten mit diffus hemishärischen Pathologien, (2) Patientinnen und Patienten mit Läsionen in direkter Nachbarschaft oder unter Einbezug potentiell essentieller Cortexareale zur Sprachverarbeitung (Broca-/Wernicke Sprachregion und Fasziculus arcuatus) und (3) Patientinnen und Patienten mit mesialer Temporallappenepilepsie in der Adoleszenz oder im Erwachsenenalter].
Leitung: Felix Gorny
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