Etwa zwei Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs regten Gewerkschaftsverbände an, im Falle eines Weltkriegs mit einem weltweiten Generalstreik zu antworten. Doch diese Entwicklung blieb aus. Stattdessen bestimmten nationale Ressentiments in den Gewerkschaftsspitzen die Politik. Internationale Zusammenschlüsse wie die Internationale Transportarbeiter*innenföderation (ITF) brachen zeitweise auseinander. In vielen Strukturen hielten Gewerkschafter*innen und Arbeiter*innen dennoch internationale Verbindungen aufrecht. Nicht nur an der Kriegsfront, sondern auch danach gab es über nationale, rassifizierte und vergeschlechtlichte Grenzen hinweg verschiedene Formen von Solidarität.
Auch im späteren 20. und im 21. Jahrhundert gab und gibt es immer wieder internationale Solidaritäts- und Protestbewegungen, die unterschiedliche Formen von Solidarität und Internationalismus verfolgen. Dabei sind Gewerkschaften als Akteur*innen in der Herstellung solidarischer Bewegungen umstritten. Sie gelten sowohl als Hindernis als auch als Mittel für die Parole „Workers of the World – Unite”. So werden sie als Staatsapparate operationalisiert, ihnen wird „Business Unionism” und „Burgfrieden” statt Klassenkampf unterstellt. Dabei lassen sich diese Akteur*innen nicht unabhängig von der sozialpolitischen und wirtschaftlichen Konjunktur verstehen, und ihre Strategien müssen stets an den sozialen Raum, in dem sie agieren, zurückgebunden werden.
In diesem Seminar betrachten wir Gewerkschaften in ihrer Widersprüchlichkeit. Dabei legen wir den Fokus bewusst auf ihre internationalen Zusammenschlüsse und Strukturen, die sowohl selbst durch verschiedene multiple Krisen geprägt sind, als auch Prozesse der Erneuerung durchleben und anstoßen.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
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| wöchentlich | Di | 12-14 | X-E0-210 | 13.04.-24.07.2026 |
| Modul | Veranstaltung | Leistungen | |
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| 30-M11 Vernetzung: Sozialwissenschaftliche Nachbardisziplinen Vernetzung: Sozialwissenschaftliche Nachbardisziplinen | Seminar | Studienleistung
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Studieninformation |
| - | benotete Prüfungsleistung | Studieninformation | |
| 30-M16 Governance und Mehrebenenregieren Governance und Mehrebenenregieren | Governance- und Normentwicklung | Studienleistung
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Studieninformation |
| - | benotete Prüfungsleistung | Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.