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220064 Sozialgeschichte von Reformatoren und Täufern (V+Ü) (WiSe 2016/2017)

Inhalt, Kommentar

Der Beginn sozialgeschichtlicher Studien über die Reformation in Städten und auf dem Land setzte in Deutschland Mitte der 1970er Jahre ein, als das 450. Jubiläum des Bauernkrieges 1975 gefeiert wurde und mehrere Tagungen mit internationaler Besetzung veranstaltet wurden. Eine ähnlich offen angelegte Vorgehensweise wurde anlässlich des 500. Geburtstages Martin Luthers 1983 eingeschlagen, sogar mit Tendenzen zum interdisziplinären Austausch. Die Ergebnisse dieser Blüte der Reformationsforschung sind zuletzt auf Tagungen in den 1990er Jahren diskutiert und die Vorträge in mehreren Sammelbänden dokumentiert worden. Daran anschließende weitergehende Untersuchungen werden zumeist nur noch in der spezialisierten Kirchen- und Theologiegeschichte vorgenommen, zuweilen beteiligen sich hieran noch Historiker im Rahmen der neuen Kulturgeschichte, während sozialgeschichtliche Forschungen stark in den Hintergrund getreten sind. Diese Spezialisierung trägt nicht zuletzt dazu bei, dass die erzielten Ergebnisse und vor allem ihre Einordnung in die Forschungsentwicklung in neueren Überblicksdarstellungen zur Reformation – wenn überhaupt – nur noch sporadisch reflektiert werden. Dabei legen neuere Betrachtungen zu der religiösen und sozialen Bewegung der Täufer und vor allem manche neue Biographie über Täufer und Reformatoren die Notwendigkeit sozialgeschichtlicher bzw. gesellschaftsgeschichtlicher Analysen nahe. Denn sie sind für das nähere Verständnis der Transformationsprozesse zwischen Mittelalter und Frühneuzeit, in denen die Reformation und die Täuferbewegung eingeordnet werden müssen, unabdingbar.
Das Seminar will systematisch entlang sozialgeschichtlicher Fragestellungen und Darstellungen sowie exemplarisch anhand von Biographien Einblicke in ein Forschungsfeld geben, das hier provisorisch als Sozialgeschichte von Reformatoren und Täufern bezeichnet wird, in der – so die begründete Vermutung – Charakteristika wie beispielsweise die Generationslagerung namhafter Akteure im Sinne des Soziologen Karl Mannheim einen wesentlichen Baustein bilden könnte.

Literaturangaben

Literatur in Auswahl: Hans-Ulrich Wehler (Hrsg.), Der Deutsche Bauernkrieg, 1524-1526, Göttingen 1975; Peter Blickle (Hrsg.), Revolte und Revolution in Europa, München 1975; Rainer Wohlfeil (Hrsg.), Der Bauernkrieg, 1524-1526, München 1975, Hans-Jürgen Goertz (Hrsg.), Umstrittenes Täufertum 1525-1975. Neuere Forschungen, Göttingen 1975; Ingrid Bátori (Hrsg.), Städtische Gesellschaft und Reformation, Stuttgart 1980; Robert W. Scribner, Popular Culture and Popular Movements in Reformation Germany, London 1987; Hans R. Guggisberg (Hrsg.), Die Reformation in Deutschland und Europa: Interpretationen und Debatten, Heidelberg 1993; Günter Vogler (Hrsg.), Wegscheiden der Reformation. Alternatives Denken vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, Weimar 1994; Bernd Moeller / Stephen E. Buckwalter (Hrsg.), Die frühe Reformation in Deutschland als Umbruch, Heidelberg 1998; Tom Scott, Town, Country, and Regions in Reformation Germany, Leiden / Boston 2005; Hans-Jürgen Goertz, Radikalität der Reformation. Aufsätze und Abhandlungen, Göttingen 2007; Tom Scott, The Early Reformation in Germany. Between Secular Impact and Radical Vision, Farnham 2013; Irene Dingel / Volker Leppin (Hrsg.), Das Reformatorenlexikon, Darmstadt 20162.

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Modul Veranstaltung Leistungen  
22-3.1 Hauptmodul Vormoderne
3.1.5
Historische Orientierung Studieninformation
22-3.8 Wahlfreies Hauptmodul
3.1.5
Historische Orientierung Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Frauenstudien (Einschreibung bis SoSe 2015)    
Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) 3.1.5 Wahlpflicht 4 scheinfähig Studierbar als Übung  
Studieren ab 50    
Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
Lernraum
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