In dieser Veranstaltung werden Beschreibungen von Jenseitskontakten in der lateinischen Literatur der Klassik (und ggf. der Spätantike) studiert. Als ‚Kontakte‘ qualifizieren sich dabei alle Arten von materieller oder immaterieller Kommunikation oder Begegnung, also insbesondere Träume, Visionen und Ab- oder Aufstiege in oder aus der Unterwelt. Der Begriff ‚Jenseits‘ ist weit gefasst und bezeichnet eine Wirklichkeit jenseits der empirisch wahrnehmbaren Wirklichkeit, deren Existenz postuliert wird, ohne sie beweisen zu können. Interessant sind solche Kontakte deswegen, weil die ansonsten unüberwindbare Barriere zwischen den Welten für kurze Zeit aufzubrechen scheint.
Das Erkenntnisinteresse ist ein literarisches: Nicht die Beschäftigung mit dem kulturhistorischen oder religionswissenschaftlichen Phänomen soll im Vordergrund stehen, sondern dessen Verarbeitung und Nutzbarmachung in der Literatur. Zum Korpus der behandelten Texte gehören unter anderem das sechste Buch von Vergils Aeneis, Ciceros Somnium Scipionis, Grabepigramme sowie kürzere Passagen bei verschiedenen Autoren. Auf Grundlage moderner literaturwissenschaftlicher Theorien werden die literarischen Vorbilder, die Darstellungstechnik und die erzählerische Funktion untersucht. Zu erhoffen ist ein vertieftes Verständnis der Wirkungsweise von Literatur in einer Gesellschaft, deren Überzeugungen und Weltbilder uns oftmals fremd geworden sind.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
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| Modul | Veranstaltung | Leistungen | |
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| 23-LAT-LatPM1 Die römische Literatur im literaturwissenschaftlichen Kontext Die römische Literatur im literaturwissenschaftlichen Kontext | 3. Entstehung und Formen römischer Dichtungsgattungen / Prosagattungen II | Studieninformation | |
| - | benotete Prüfungsleistung | Studieninformation | |
| 23-LAT-LatPM2 Antike und Europa Antike und Europa | Themen-Pool (Bildungskonzepte, Wertvorstellungen, Verhaltensnormen, Medien, Rezeption etc.) | Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.