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220154 Zum Stellenwert der Kleinen Eiszeit in der Geschichte ländlicher Gesellschaften und in der Agrargeschichte (1430-1830) (S) (WiSe 2017/2018)

Inhalt, Kommentar

In der seit den 1980er Jahren in verschiedenen Ländern Europas entstandenen neuen Agrargeschichte spielte ein zunehmend kritisches Umweltbewusstsein eine wesentliche Rolle und motivierte zu Fragen nach den gerade auch in der Vormoderne immer wieder auftretenden Grenzen des Wachstums, die freilich von ganz anderer Bedeutung waren als in der Moderne infolge der Industrialisierung. In den Fokus rückten ökologisch akzentuierte Fragen nach den Konsequenzen für die Umwelt in der Vormoderne infolge von Veränderungen im Bevölkerungswachstum, in der Nutzung natürlicher Ressourcen (Boden, Wald, Wasser), in der Agrartechnik (Ackergeräte, Düngung, tierischer und menschlicher Arbeitseinsatz etc.), in Konsumgewohnheiten und im Handel. Hingegen nahm und nimmt das Klima sowohl in der Umweltgeschichte als auch in der neuen Agrargeschichte zumeist nur eine untergeordnete Rolle ein, ungeachtet dessen, dass sich die Historische Klimatologie bereits 1978 mit ‚Climatic Change’ ein eigenes internationales Forum geschaffen hat. Diese bereits von Hartmut Lehmann 1986 beklagte generelle Verkennung der Bedeutung klimahistorischer Betrachtungen in der gesamten Geschichtswissenschaft wurde von Christian Pfister 2001 wiederholt und von Franz Mauelshagen noch 2010 bestätigt, während sich die Vertreter der neuen Agrargeschichte diesbezüglich auffallend in Schweigen hüllen, als ob die Frage nach dem Klima fakultativ behandelt werden könnte. Dieses Schweigen hat u. a. zur Konsequenz, dass theoretische und methodische Fragen der Zusammenarbeit von Vertretern der Historischen Klimatologie und der neuen Agrargeschichte nur selten erörtert werden, stattdessen übernehmen zumeist Vertreter der Historischen Geographie diese Aufgabe, wo die Klimatologie als akademisches Fach zumeist angesiedelt ist.

Im Fokus des Seminars stehen konzeptionelle Überlegungen und empirische Untersuchungen, in denen die notwendig interdisziplinär angelegte Zusammenarbeit zwischen Historischer Klimatologie, Historischer Demographie und neuer Agrargeschichte nachvollziehbar und ihr historisches Erkenntnispotential verständlich wird. Der bemerkenswerte Ertrag dieser Zusammenarbeit lässt sich vor allem an Untersuchungen über Aspekte des klimahistorischen Phänomens der Kleinen Eiszeit (1430-1830) vor Augen führen, so dass es im Mittelpunkt des Seminars stehen wird.

Literaturangaben

Literatur in Auswahl: Emmanuel Le Roy Ladurie, Histoire du climat depuis l'an mil, Paris 1967; Christian Pfister, klimageschichte der Schweiz, 1525-1860, 2 Bde, Bern / Stuttgart 1986; Hubert Horace Lamb, Klima- und Kulturgeschichte. Der Einfluss des Wetters auf den Gang der geschichte, Reinbeck 1989; Wolfgang Behringer / Hartmut Lehmann / Christian Pfister (Hrsg.), Kulturelle Konsequenzen der "Kleinen Eiszeit", Göttingen 2005; Rüdiger Glaser, Klimageschichte Mitteleuropas. 1200 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen, Darmstadt 2008; Sönke Lorenz / Peter Rückert (Hrsg.), Landnutzung und Landschaftsentwicklung, Stuttgart 2009; Franz Mauelshagen, Klimageschichte der Neuzeit, Darmstadt 2010; Stefan Brakensiek / Werner Rösener (Hrsg.), Landwirtschaft und Klima (Themenschwerpunkt von Heft 1 der 'Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie', Jg. 58, 2010; Reinhold Reith, Umweltgeschichte der Frühen Neuzeit, München 2011; Rolf Kießling / Wolfgang Scheffknecht (Hrsg.), Umweltgeschichte in der Region, Konstanz 2011; Wolfram Siemann (Hrsg.), Umweltgeschichte. Themen und Perspektiven, München 2003.

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3.1.7
Seminar Studienleistung
benotete Prüfungsleistung
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E3: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
25-FS-GM Grundlagenmodul E2: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
E3: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation

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