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Neue Gastprofessur holt Wissenschaftsgrößen aus aller Welt nach Bielefeld

Veröffentlicht am 29. Juni 2015, 12:19 Uhr
Namenspate ist Harald Weinrich, der Vater des Faches Deutsch als Fremdsprache (DaF)

Eine Gastprofessur für internationale Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler richtet die Universität Bielefeld ein. Namenspatron hierfür ist Professor Dr. Harald Weinrich, der Gründer des Faches Deutsch als Fremdsprache (DaF), der lange Zeit in Bielefeld gewirkt hat. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert die Initiative der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft im Rahmen seines Gastdozenten-Programms für die Dauer von maximal vier Jahren. Als erste Harald-Weinrich-Gastdozentin wird im Sommersemester 2016 die Professorin Dr. Claire Kramsch, University of California, Berkeley, USA, nach Bielefeld kommen. Professorinnen und Professoren aus Belarus, Italien, Kamerun, der Türkei und den USA sollen folgen.


Harald Weinrich – Sprachwissenschaftler und kosmopolitischer Intellektueller: Jetzt steht sein Name für einen internationalen Gastlehrstuhl. Foto: Yves Noir
Harald Weinrich – Sprachwissenschaftler und kosmopolitischer Intellektueller: Jetzt steht sein Name für eine internationale Gastprofessur. Foto: Yves Noir
Professor Dr. Harald Weinrich – der Namensgeber für die Dozentur – etablierte das Fach Deutsch als Fremdsprache in Deutschland und übernahm nach seiner Bielefelder Zeit (1969 bis 1978) die erste Professur für DaF an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Weinrich war einer der Mitbegründer der Universität Bielefeld und erster Direktor des Zentrums für interdisziplinäre Forschung (1972 bis 1974). An der Gründung der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft in Bielefeld hatte er entscheidenden Anteil. Der heute 87-Jährige ist Romanist, Linguist und Literaturwissenschaftler – zudem Schriftsteller, Essayist und Lyriker. Sein wohl bekanntestes Werk ist die „Textgrammatik der deutschen Sprache“, zudem ist er Initiator des Adalbert-von-Chamisso-Preises für deutschschreibende Autorinnen und Autoren nichtdeutscher Herkunft.

„Harald Weinrich hat als Deutscher auf einem Lehrstuhl des berühmten Collège de France in Paris gesessen, er war an der amerikanischen Eliteuniversität Princeton und hatte in Pisa an der Scuola Normale Superiore den Galilei-Lehrstuhl inne. Es ist dieser Geist eines kosmopolitischen Intellektuellen, auf den sich die Namensgebung bezieht“, erklärt Professorin Martina Kessel, die Prorektorin für Internationales der Universität Bielefeld.

Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt sollen jeweils für ein Semester in Bielefeld wirken. Das Besondere: Die Gäste werden fächerübergreifend aus den Bereichen Deutsch als Fremdsprache, Linguistik und Literaturwissenschaft eingeladen. Die Initiative geht auf die Professoren Dr. Walter Erhart (Literaturwissenschaft), Dr. Uwe Koreik (Deutsch als Fremdsprache) und Dr. Ralf Vogel (Linguistik) zurück, die bereits gute Erfahrungen im gemeinsamen Master-Studiengang Deutsch als Fremdsprache und Germanistik gesammelt haben. Das neue Gastdozentenprogramm soll die Kooperation zwischen den Fächern weiter ausbauen und, je nach Forschungsschwerpunkt der Gastdozentinnen und -dozenten, auch andere Fächer der Fakultät mit einbeziehen. Darüber hinaus soll mit ihnen die internationale Germanistik weiter entwickelt und gefördert werden. 2018 ist im Rahmen der Gastdozentenreihe eine internationale Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) zur Rolle der internationalen Germanistik und der deutschen Wissenschaftssprache geplant.


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