Jedes Sommersemester
10 Leistungspunkte
Die Angaben zur Moduldauer finden Sie bei den Studiengängen, in denen das Modul verwendet wird.
Dieses Modul vermittelt den Studierenden Fachkompetenzen zur Analyse gesellschaftlicher, kultureller und materieller Bedingungen von Kindheit und Jugend. Sie kennen die zentralen Theorien und Befunde der Kindheits- und Jugendforschung und verstehen die sozialen und kulturellen Einflüsse auf Prozesse der Subjektivierung, (bildungs-)biographische Verläufe und Sozialisation. Die Studierenden sind in der Lage, die Rolle sozialer Ungleichheit und die Bedeutung von Sub- und Jugendkulturen in gesellschaftlichen Macht- und Differenzverhältnissen zu reflektieren sowie soziale Risiken und Problemlagen zu analysieren.
Die Methodenkompetenzen der Studierenden werden durch die Fähigkeit gestärkt, erziehungswissenschaftliche Debatten über Migration, Geschlecht, Behinderung sowie gesellschaftliche und kulturelle Dynamiken kritisch zu reflektieren und eigene Positionen zu entwickeln. Sie lernen, pädagogische Fragestellungen zu gesellschaftlichen und kulturellen Phänomenen und Problemen in Kindheit und Jugend zu formulieren und diese theoretisch wie methodisch fundiert zu bearbeiten.
Im Bereich der sozialen und personalen Kompetenzen erwerben die Studierenden die Fähigkeit, ihre erziehungswissenschaftlichen Standpunkte zu kommunizieren und kritisch in der Gruppe zu reflektieren. Sie sind in der Lage, die Lehrinhalte verständlich darzustellen, für das Plenum aufzubereiten und produktiv in die Diskussion einzubringen.
In diesem Modul liegt der Schwerpunkt auf der Bedeutung und Wirksamkeit gesellschaftlicher Strukturen und kultureller Dynamiken für soziale Lebenschancen und Lebenswelten als ungleiche Möglichkeitsräume, sowie Prozesse der Subjektivierung von Kindern und Jugendlichen. Die Studierenden befassen sich mit Fragen, wie individuelle und kollektive Identitätsbildungsprozesse, digitale Erfahrungsräume und kulturelle Ausdrucksformen erforscht werden können. Sie befassen sich aus unterschiedlichen theoretischen und empirischen Perspektiven mit sozialstrukturellen Bedingungen des Aufwachsens, mit Erfahrungen von Rassismus, sozialer Exklusion und Diskriminierung in Kindheit und Jugend. Es geht dabei um die zentrale Frage, wie junge Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden.
Die Studierenden vertiefen hierbei ihre sozial- und kulturwissenschaftlichen Analysekompetenzen mit Blick auf Sozialisations- und Bildungsprozesse in Kindheit und Jugend.
Element 1: Biografie, Sozialisation und Subjektivierung
In diesem Element widmen sich die Studierenden den Themen der Subjektivierung, Identität und Sexualität als grundlegenden Dimensionen des Aufwachsens.. Sie hinterfragen, wie diese Prozesse durch verschiedene Sozialisationskontexte (z. B. Familie, Peer-Kultur, Schule, mediatisierte Welten) und gesellschaftliche und kulturelle Normen, etwa im Hinblick auf Körper, Partnerschaft und Familienformen strukturiert werden. Thematisiert werden u. a. Identitäts- und Subjektivierungstheorien, Ansätze im Kontext kritischer Studien sowie kindheits- und jugendtheoretische Perspektiven. Diese bieten den konzeptionellen Rahmen, um die komplexen Zusammenhänge zwischen Formen der Subjektivierung, individueller Identitätsarbeit und kulturellen Normen zu verstehen. Die Studierenden beschäftigen sich mit Forschungsfeldern wie der Jugendkultur- und Sexualitätsforschung und analysieren, wie Identität in pluralistischen Gesellschaften ausgehandelt wird.
Element 2: Kulturen junger Menschen und sozialstrukturelle Lebenslagen
Im zweiten Element werden zum einen die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen behandelt, unter denen junge Menschen heute aufwachsen. Zum anderen befassen sich die Studierenden mit den vielfältigen kulturellen Praktiken und Ausdrucksformen, die in unterschiedlichen Lebenslagen, Peer-Gruppen und Milieus entstehen. Die Betrachtung sozialer Positionierungen umfasst Faktoren wie soziale Herkunft, Rassismus, Bildungszugang und regionale Unterschiede (Stadt/Land; unterschiedliche Weltregionen), die die von Macht- und Herrschaftsstrukturen vermittelten Lebenschancen und Erfahrungswelten von Kindern und Jugendlichen prägen. Die Studierenden lernen gesellschaftstheoretische und kulturtheoretische Ansätze kennen, um die Vielfalt kindlicher/jugendlicher Lebensstile und die Entstehung von Kinderkulturen und jugendlichen Subkulturen zu analysieren. Sie beschäftigen sich mit empirischen Studien zu u. a. sozialen, geschlechts- und migrationsbezogenen Ungleichheiten und Differenzkonstruktionen und lernen, wie unterschiedliche Positionierungen in der Gesellschaft mit mit spezifischen kulturellen Praktiken, Vorstellungen und Werten junger Menschen zusammenhängen.
—
—
Es müssen beide Modulelemente E1 und E2 studiert werden. In einer Veranstaltung ist eine Studienleistung, in der anderen die Prüfungsleistung zu erbringen. In der Veranstaltung, in der die Modulprüfung abgelegt wird, ist keine Studienleistung zu erbringen.
Die Themenbezogenen Module können nur gemeinsam studiert werden. Wird das Modul I gewählt, muss auch das Modul II studiert werden.
Im Rahmen des gesamten Profilstudiums muss eine Prüfungsleistung in Form einer Hausarbeit und eine in Form einer mündlichen Leistung erbracht werden.
Modulstruktur: 1 SL, 1 bPr 1
| Zuordnung Prüfende | Workload | LP2 |
|---|---|---|
|
Lehrende der Veranstaltung
E1: Biografie, Sozialisation und Subjektivierung
(Seminar)
Die Studienleistung dient der Einübung einer reflexiven und inhaltlich begründeten Haltung zu den in der Veranstaltung behandelten Themen. Sie hat im Hinblick auf die im Modul verankerten Kompetenzen einen einübenden und vertiefenden Charakter. Eine Studienleistung ist das Anfertigen einer oder mehrerer veranstaltungsbegleitender (Teil)Aufgabe(n) zu Übungszwecken. Übungsaufgaben können beispielsweise sein: Die Vorbereitung und Durchführung einer Gruppenarbeit, die Vorbereitung und Durchführung einer mündlichen Präsenta-tion, eine Argumentationsrekonstruktion, die Zusammenfas-sung eines Textes, die Erstellung medialer Produkte etc. Für alternative Erbringungsformen gilt, dass diese den gängi-gen mündlichen oder schriftlichen Formen der Leistungserbrin-gung in ihrem Umfang entsprechen müssen. |
siehe oben |
siehe oben
|
|
Lehrende der Veranstaltung
E2: Kulturen junger Menschen und sozialstrukturelle Lebenslagen
(Seminar)
Siehe Beschreibung bei Element 1 |
siehe oben |
siehe oben
|
Die Modulprüfung wird im Rahmen eines der Elemente 1 oder 2 erbracht. In der Prüfung werden über die Veranstaltung hinausweisende Aspekte und die modulspezifischen Kompetenzen aufgegriffen. Sie kann auf einer zuvor im Rahmen einer Modulveranstaltung erbrachten Studienleistung aufbauen, wobei auch hier Bezüge zu veranstaltungsübergreifenden Aspekten hergestellt werden müssen.
Die prüfende Person informiert über die möglichen Prüfungsmodalitäten.
Mögliche Erbringungsformen sind:
Die Modulprüfung wird im Rahmen des Elemente 1 oder 2 erbracht.
Beschreibung siehe E1.
| Studiengang | Empf. Beginn 3 | Dauer | Bindung 4 |
|---|---|---|---|
| Erziehungswissenschaft / Master of Arts [FsB vom 18.03.2026, gültig ab Wintersemester 2026/27] | 1. o. 2. o. 3. | 1 oder 2 Semester | Wahlpflicht |
In diesem Modul kann eine automatische Vollständigkeitsprüfung vom System durchgeführt werden.