Jedes Wintersemester
10 Leistungspunkte
Die Angaben zur Moduldauer finden Sie bei den Studiengängen, in denen das Modul verwendet wird.
Die Studierenden eignen sich über die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Differenzordnungen und ihren Krisen pädagogisch bedeutsames Wissen über soziale Wirklichkeit und Problemlagen an. Differenzordnungen sind etwa bezogen auf Geschlechterverhältnisse oder migrationsgesellschaftliche Zugehörigkeit. Studierende erwerben dabei theoretisches sowie empirisches Wissen über Geschichte und Gegenwart gesellschaftlicher Ordnungen, über ihre sozialen, politischen, ökonomischen und ökologischen Konsequenzen sowie Krisenerscheinungen. Dabei üben die Studierenden, Krisenphänomene vor dem Hintergrund bestehender gesellschaftlicher Differenzordnungen zu analysieren und anhand menschenrechtlicher, bildungs- sowie demokratie-, intersektionalitätstheoretischer und post- und dekolonialer Maßstäbe zu reflektieren. Darüber hinaus erwerben sie auch das Vermögen, erziehungswissenschaftliche Theorien und Ansätze auf implizite analytische wie normative Konzepte gesellschaftlicher Differenzordnungen zu befragen und dies in eigene praxisbezogene Fähigkeiten und Reflexionen einzubinden.
Die Lehrangebote des Moduls beschäftigen sich aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive mit der Kontingenz gesellschaftlicher Differenzordnungen und ihrer Krisen. Die Frage nach gesellschaftlichen Ordnungen und ihren Konsequenzen ist von außerordentlicher Bedeutung für die Erziehungswissenschaft, da in gesellschaftlichen Ordnungen immer auch Modi wie Inhalte des Lernens und der (Selbst-)Bildung angelegt sind und vermittelt werden. Das Modul setzt sich mit dem Beitrag pädagogischer Institutionen und Praktiken zur (Re-)Produktion, Aufrechterhaltung und Veränderung dieser Ordnungen auseinander.
Neben der Vertiefung grundlegender Begriffe, Definitionen und Theorien gesellschaftlicher Differenzordnungen sollen gesellschaftliche Krisenphänomene und ihre pädagogischen Konsequenzen betrachtet werden, bspw. Umwelt- und Klimakrise, Demokratiedefizite und Radikalisierung, Restaurierung hierarchischer Geschlechterverhältnisse und Maskulinismus, Nationalstaat und Migration, Rassismen, Antisemitismus und Menschenrechte sowie politische, ethische oder kulturelle Konflikte. Krisen und historische Erfahrungen beeinflussen Diskurse und Bilder in Bezug auf das, was als Gesellschaft gilt, und spielen eine zentrale Rolle dabei, dass Ordnungen nicht zuletzt auch umkämpft sind und Vorstellungen sowie Konzepte gesellschaftlicher Kohäsion in Frage stellen können. Dieser Zusammenhang wird im Modul beispielsweise mit Bezug auf geschlechter- und queertheoretische, post- und dekoloniale, ableismustheoretische sowie rassismuskritische Theorienagebote erläutert und sondiert.
Element 1: Einführung in Theorie und Analyse gesellschaftlicher Ordnungen und ihre Krisen
Element 1 führt in die Analyse und den Zusammenhang von gesellschaftlichen Differenzordnungen und ihren durch Krisen dynamisierten Wandel in historischer wie systematischer Perspektive ein, etwa am Beispiel sozial-ökologischer, feministischer oder antirassistischer sozialer Bewegungen. Die Vorlesung beschäftigt sich dabei mit zentralen Theorien der Erziehungswissenschaft, die sich mit sozialen Strukturen, Inklusions- und Exklusionsmechanismen sowie Fragen der Diskriminierung und Differenz auseinandersetzen. Historische oder gegenwärtige Krisenphänomene werden analysiert, um zu verstehen, wie Bildung und Erziehung auf gesellschaftliche Transformationsprozesse einwirken sowie zur Entstehung oder Bewältigung von Krisen beitragen können. Dabei werden die grundlegende Bedeutung und das Spannungsfeld gesellschaftlicher Differenzordnungen für pädagogische Institutionen, pädagogisches Handeln und pädagogische (Selbst-)Verständnisse vermittelt.
Element 2: Erziehungswissenschaftliche und pädagogische Perspektiven, Konzepte und Handlungsansätze im Spiegel gesellschaftlicher Ordnungen und ihrer Krisen
Element 2 beschäftigt sich mit normativen Konzepten und pädagogischen Handlungsansätzen vor dem Hintergrund (trans-)nationaler Krisen, Konflikte und Unsicherheiten (z.B. Krise des Nationalstaats, die sozial-ökologischen Krisen in ihren Interdependenzen mit patriarchalen, rassistischen, kolonialen und kapitalistischen Ordnungen, Problematisierung binär gefasster Geschlechtlichkeit, etc.). Die Reflexion der Involviertheit, der Verantwortung und der Möglichkeiten von Pädagogik – sowohl institutionell und organisational als auch individuell – im Hinblick auf gesellschaftliche Ordnung, vermittelt ein vertieftes Verständnis für die Herausforderungen allgemeiner Bildungsprozesse.
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Es müssen beide Modulelemente E1 und E2 studiert werden. In einer Veranstaltung ist eine Studienleistung, in der anderen die Prüfungsleistung zu erbringen. In der Veranstaltung, in der die Prüfungsleistung erbracht wird, ist keine Studienleistung zu erbringen.
Modulstruktur: 1 SL, 1 bPr 1
| Zuordnung Prüfende | Workload | LP2 |
|---|---|---|
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Lehrende der Veranstaltung
E1: Einführung in Theorie und Analyse gesellschaftlicher Ordnungen und ihre Krisen
(Vorlesung)
Die Studienleistung dient der Einübung einer reflexiven und inhaltlich begründeten Haltung zu den in der Veranstaltung behandelten Themen. Sie hat im Hinblick auf die im Modul verankerten Kompetenzen einen einübenden und vertiefenden Charakter. Eine Studienleistung ist das Anfertigen einer oder mehrerer veranstaltungsbegleitender (Teil)Aufgabe(n) zu Übungszwecken. Übungsaufgaben können beispielsweise sein: Die Vorbereitung und Durchführung einer Gruppenarbeit, die Vorbereitung und Durchführung einer mündlichen Präsentation, eine Argumentationsrekonstruktion, die Zusammenfassung eines Textes, die Erstellung medialer Produkte, die Moderations- oder Protokolltätigkeit etc. Für alternative Erbringungsformen gilt, dass diese den gängigen mündlichen oder schriftlichen Formen der Leistungserbringung in ihrem Umfang entsprechen müssen. |
siehe oben |
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Lehrende der Veranstaltung
E2: Erziehungswissenschaftliche und pädagogische Perspektiven, Konzepte und Handlungsansätze im Spiegel gesellschaftlicher Ordnungen und ihrer Krisen
(Seminar)
Siehe Beschreibung bei E1 |
siehe oben |
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Die Modulprüfung wird im Rahmen eines der Elemente 1 oder 2 erbracht. In der Prüfung werden über die Veranstaltung hinausweisende Aspekte und die modulspezifischen Kompetenzen aufgegriffen. Sie kann auf einer zuvor im Rahmen einer Modulveranstaltung erbrachten Studienleistung aufbauen, wobei auch hier Bezüge zu veranstaltungsübergreifenden Aspekten hergestellt werden müssen.
Die prüfende Person informiert über die möglichen Prüfungsmodalitäten.
Mögliche Erbringungsformen sind:
Die Modulprüfung wird im Rahmen des Elemente 1 oder 2 erbracht.
Beschreibung siehe E1.
| Studiengang | Empf. Beginn 3 | Dauer | Bindung 4 |
|---|---|---|---|
| Erziehungswissenschaft / Master of Arts [FsB vom 18.03.2026, gültig ab Wintersemester 2026/27] | 3. | 1 oder 2 Semester | Pflicht |
In diesem Modul kann eine automatische Vollständigkeitsprüfung vom System durchgeführt werden.