Modul 25-BEW4-GD1-SoA Fachliche Fokussierung I Soziale Arbeit in gesellschaftlichen Macht- und Differenzverhältnissen: Theorien, Forschung und aktuelle Fragen

Fakultät

Modulverantwortliche*r

Turnus (Beginn)

Jedes Wintersemester

Leistungspunkte und Dauer

10 Leistungspunkte

Die Angaben zur Moduldauer finden Sie bei den Studiengängen, in denen das Modul verwendet wird.

Kompetenzen

Die Studierenden sind in der Lage, die Bedeutung von Pluralität sowie von Differenz- aber auch von Macht- und Gewaltverhältnissen zu erkennen und kritisch zu analysieren. Sie können unterschiedliche Interessen von Menschen oder Systemen sowie individuelle und gesellschaftliche Bedürfnisse erkennen und unter analytischen, theoretischen und ethischen Aspekten abwägen. Dabei haben sie einen exemplarischen Einblick und ausgewählte vertiefte, aktuelle Kenntnisse in einem Forschungs- und Entwicklungsgebiet der (Sozial-)Pädagogik erworben und können unterschiedliche gesellschaftliche Verteilungsmechanismen, Geschlechter- und Generationsverhältnisse, sowie Machtverhältnisse und soziokulturelle Rahmenbedingungen erkennen, reflexiv einordnen und angemessene Handlungsoptionen entwickeln. Sie sind in der Lage, Beschränktheiten und Einseitigkeiten ihres eignen Wissens zu erkennen und haben die Fähigkeit zur kritischen Befragung und Aktualisierung des eigenen fachlichen Wissens und Könnens sowie die Einsicht in die Notwendigkeit von und Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung erworben.

Lehrinhalte

Die Sozialpädagogik und professionelle Praxis in den unterschiedlichen Handlungs- und Arbeitsfeldern Sozialer Arbeit ist grundlegend durch gesellschaftliche Differenz- und Ungleichheitsverhältnisse (wie Heterosexismus, Ableismus, Rassismus oder Klassismus) strukturiert. Zugleich ist Soziale Arbeit selbst in unweigerlich an der Gestaltung, Herstellung, Aufrechterhaltung und Veränderung von gesellschaftlichen Differenz- und Ungleichheitsverhältnissen beteiligt. Die damit verbundenen Herausforderungen werden in diesem Modul sowohl in theoretischer als auch in empirischer Perspektive in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung gerückt. Die Verknüpfung unterschiedlicher Differenzverhältnisse sowie die Frage nach Erkenntnismöglichkeiten, die mit dem Anspruch einer intersektionalen Perspektive verbunden sind, sind ebenfalls Gegenstand des Moduls.

Die Lehrinhalte in Element 1 „Gesellschaft, Differenz & Bildung“ beziehen sich auf grundlegende Theorien und empirische Forschung zu gesellschaftlichen Differenzverhältnissen und ihre vielfältigen Wirkungen in professioneller Praxis. In der Vorlesung werden grundlegende Zugänge sozial- und kulturwissenschaftlicher Auseinandersetzung mit Differenzverhältnissen erläutert und zur Diskussion gestellt.

Die Seminare in Element 2 „Soziale Arbeit im Kontext sozialer Differenz- und Machtverhältnisse: Theoretische Grundlagen“ vertiefen die grundlegende Auseinandersetzung mit Macht- und Differenzverhältnissen in der Sozialen Arbeit indem theoretische und ethisch-politische Überlegungen zu gesellschaftlichen Macht- und Differenzverhältnissen mit Blick auf ihre (Aus-)Wirkungen in der professionellen sozialpädagogischen Praxis exemplarischer Handlungs- und Arbeitsfelder Sozialer Arbeit vorgestellt und in historischer und systematischer Perspektive reflektiert werden. Diskursiv reflektiert wird insbesondere der Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Macht- und Differenzverhältnissen und Prozessen des Empowerments, der Subjektbildung, der Hilfe und Kontrolle.

In Element 3 „Wissensproduktion über gesellschaftliche Macht- und Differenzverhältnisse“ werden exemplarisch historisch wie aktuell bedeutsame, empirische Studien zu Macht- und Differenzanalysen in der Sozialen Arbeit sowie sozial-pädagogisch relevanten Analysen zu gesellschaftlichen Macht- und Differenzverhältnissen besprochen. Diese werden zum einen wissenschaftstheoretisch d.h. mit Blick auf ihre soziale und theoretische Vorannahmen und ihr methodischen und methodologisches Vorgehen erörtert und zum anderen und vor allem Hinsichtlich ihrer Implikationen für kritisches Denken und interpretatives Verstehen sowie ethisch und fachlich professionelles sozialpädagogisches Handeln eingeordnet und diskutiert. Die Seminare in diesem Element wird ggf. auch im Format einer Lektürewerkstatt umgesetzt. Dabei wird auch der Umgang mit komplexeren Texten sowie das Lesen als Bestandteil einer kritisch-reflexiven professionellen Praxis eingeübt.

Empfohlene Vorkenntnisse

Notwendige Voraussetzungen

Erläuterung zu den Modulelementen

Es sind alle drei Modulelemente E1, E2 und E3 zu studieren. In der Veranstaltung mit einführendem Charakter (E1) wird verpflichtend eine Prüfungsleistung erbracht. In den anderen Veranstaltungen wird jeweils eine Studienleistung erbracht.

Modulstruktur: 2 SL, 1 bPr 1

Veranstaltungen

E1: Gesellschaft, Differenz & Bildung
Art Vorlesung
Turnus WiSe
Workload5 90 h (30 + 60)
LP 3 [Pr]
E2: Soziale Arbeit im Kontext sozialer Differenz- und Machtverhältnisse: Theoretische Grundlagen
Art Seminar
Turnus WiSe
Workload5 90 h (30 + 60)
LP 3 [SL]
E3: Wissensproduktion über gesellschaftliche Macht- und Differenzverhältnisse
Art Seminar
Turnus WiSe
Workload5 90 h (30 + 60)
LP 3 [SL]

Studienleistungen

Zuordnung Prüfende Workload LP2
Lehrende der Veranstaltung E2: Soziale Arbeit im Kontext sozialer Differenz- und Machtverhältnisse: Theoretische Grundlagen (Seminar)

Die Studienleistung dient der Einübung einer reflexiven Haltung zu den in der Veranstaltung behandelten Themen und hat im Hinblick auf die im Modul verankerten Kompetenzen einübenden und vertiefenden Charakter. Eine Studienleistung ist das Anfertigen einer Aufgabe zu Übungszwecken. Übungsaufgaben können beispielsweise sein: Die Vorbereitung und Durchführung einer Gruppenarbeit, die Vorbereitung und Durchführung einer mündlichen Präsentation, eine Argumentationsrekonstruktion, die Zusammenfassung eines Textes etc.

Für alle Studienleistungen gilt, dass schriftliche Beiträge im Umfang von höchstens 1200 Wörtern und mündliche Beiträge im Umfang von höchstens 20 Minuten verlangt werden.

siehe oben siehe oben
Lehrende der Veranstaltung E3: Wissensproduktion über gesellschaftliche Macht- und Differenzverhältnisse (Seminar)

siehe Beschreibung bei E2

siehe oben siehe oben

Prüfungen

Hausarbeit o. Klausur o. mündliche Prüfung o. Portfolio
Zuordnung Prüfende Lehrende der Veranstaltung E1: Gesellschaft, Differenz & Bildung (Vorlesung)
Gewichtung 1
Workload 30h
LP2 1

Die Modulprüfung wird im Rahmen des Elements 1 erbracht. In der Prüfung werden über die Veranstaltung hinausweisende Aspekte und die modulspezifischen Kompetenzen aufgegriffen. Sie kann auf einer zuvor im Rahmen einer Modulveranstaltung erbrachten Studienleistung aufbauen, wobei auch hier Bezüge zu veranstaltungsübergreifenden Aspekten hergestellt werden müssen.
Die prüfende Person informiert über die möglichen Prüfungsmodalitäten.

Mögliche Erbringungsformen sind:

  • schriftliche Klausur im Umfang von 90 Minuten,
  • mündliche Prüfung im Umfang von höchstens 30 Minuten,
  • Hausarbeit im Umfang von höchstens 4.500 Wörtern,
  • Portfolio, das verschiedene mediale Formen zusammenführt. Das Portfolio bezeichnet eine Zusammenstellung von Dokumenten, die den Lernverlauf eines Individuums beschreiben bzw. dokumentieren. Portfolios dienen dazu, Lernerfahrungen und -erfolge zu erfassen und Lernstrategien zu planen. Mit Hilfe des Portfolios sollen die Arbeitsergebnisse eines Studierenden aus einer Veranstaltung/einem Modul dokumentiert werden. Ein Portfolio kann verschiedene Arbeiten von Exzerpten und Literaturrecherchen bis zu Lerntagebüchern oder Referaten enthalten. Die DozentInnen entscheiden jeweils, welche Leistungen für das Portfolio zu erbringen sind, dies kann je nach didaktischem Konzept der Veranstaltung/des Moduls für alle Studierenden gleich sein, es kann aber auch individuell vereinbart werden. Die Bewertung des Portfolios erfolgt abschließend aufgrund einer Gesamtbetrachtung der Sammlung.

In diesen Studiengängen wird das Modul verwendet:

Studiengang Variante Profil Empf. Beginn 3 Dauer Bindung 4
Erziehungswissenschaft / Bachelor of Arts [FsB vom 18.03.2026, gültig ab Wintersemester 2026/27] 1-Fach (fw) Soziale Arbeit 3. 1 Semes­ter Pflicht

Automatische Vollständigkeitsprüfung

In diesem Modul kann eine automatische Vollständigkeitsprüfung vom System durchgeführt werden.


Legende

1
Die Modulstruktur beschreibt die zur Erbringung des Moduls notwendigen Prüfungen und Studienleistungen.
2
LP ist die Abkürzung für Leistungspunkte.
3
Die Zahlen in dieser Spalte sind die Fachsemester, in denen der Beginn des Moduls empfohlen wird. Je nach individueller Studienplanung sind gänzlich andere Studienverläufe möglich und sinnvoll.
4
Erläuterungen zur Bindung: "Pflicht" bedeutet: Dieses Modul muss im Laufe des Studiums verpflichtend absolviert werden; "Wahlpflicht" bedeutet: Dieses Modul gehört einer Anzahl von Modulen an, aus denen unter bestimmten Bedingungen ausgewählt werden kann. Genaueres regeln die "Fächerspezifischen Bestimmungen" (siehe Navigation).
5
Workload (Kontaktzeit + Selbststudium)
SoSe
Sommersemester
WiSe
Wintersemester
SL
Studienleistung
Pr
Prüfung
bPr
Anzahl benotete Modul(teil)prüfungen
uPr
Anzahl unbenotete Modul(teil)prüfungen
Diese Leistung kann gemeldet und verbucht werden.