Jedes Semester
12 Leistungspunkte
Die Angaben zur Moduldauer finden Sie bei den Studiengängen, in denen das Modul verwendet wird.
Die Studierenden erwerben in diesem Modul Kenntnisse über den historisch jeweils spezifischen Zusammenhang von Gesellschaftsordnung und Geschlechterordnung. Sie lernen, die gegenwärtigen Transformationsprozesse in den Geschlechterverhältnissen im Kontext von Ökonomie/Markt, (Rechts-) Normen, Staat und Zivilgesellschaft, Migration, Umwelt und Klima zu verstehen und als konstitutiven Aspekt von Gesellschaftsformationen zu analysieren.
Besondere Kenntnisse eigenen sich die Studierenden in diesem Modul über die Bedeutung von Arbeit und Arbeitsteilung für die hierarchischen Geschlechterverhältnisse an. Sie erwerben einen fundierten Überblick über Theorien geschlechtlicher Arbeitsteilung und Theorien der Arbeitsmarktsegregation. Weiterhin lernen sie, die historische Entwicklung und die aktuelle Relevanz geschlechtlicher Arbeitsteilungen auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen (individuelle und private Lebensformen, Organisationen, nationaler und internationaler Arbeitsmarkt) und im Kontext globaler Transformationen zu verstehen. Die Studierenden können im Anschluss an dieses Modul die Auswirkungen erkennen, die die Dynamiken von Flucht und Migration sowie von internationaler Arbeitsteilung im Kontext globaler ökonomischer Restrukturierung auf die Geschlechter haben.
Das Modul bündelt entsprechend Veranstaltungen, die in die historische Geschlechterforschung einführen, Theorien geschlechtlicher Arbeitsteilung (auch aus einer postkolonialen Perspektive) diskutieren oder Geschlechternarrative ins Zentrum kulturspezifischer Analysen stellen. Seminare nehmen individuelle und private Lebensformen, mediale und politische Diskurse oder transnationale Institutionen und Regime in den Blick. Dadurch lernen die Studierenden, die historischen Entwicklungen und aktuellen Relevanzen der Kategorie Geschlecht auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen zu verstehen.
Thematische Schwerpunkte können auf dem Zusammenhang von Sexismus und Rassismus in Migrationsgesellschaften, der Relevanz von Geschlecht in Klimagerechtigkeitstheorien oder queeren Repräsentationen in einer heteronormativen Medienlandschaft liegen. Die Studierenden lernen so, die Verschränkungen unterschiedlicher Dimensionen von Differenz und Ungleichheit zu erkennen und dabei über den nationalstaatlichen Rahmen hinaus soziale Räume zu analysieren, in denen vergeschlechtlichte Praktiken und Strukturen wirkmächtig sind oder auch hinterfragt werden. Darüber hinaus erlernen Studierende, eine kritische Perspektive gegenüber akademischer Wissensbildung einzunehmen, die es ermöglicht, die jeweilige Position der Produzent*innen von Wissen in Bezug auf Macht- und Marginalisierungseffekte zu reflektieren.
Dieses Modul richtet sich auf die Herstellung von Geschlecht und Geschlechterdifferenzen in ihrer historischen Genese und in ihren gegenwärtigen Ausprägungen in lokalen, nationalen, transnationalen und globalen Kontexten. Anhand von Theorien und empirischen Untersuchungen wird diskutiert, wie sich Differenzen und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in privaten Lebensformen, in Organisationen sowie im nationalen und transnationalen Kontext reproduzieren oder auch verändern.
Gefragt wird in beide Richtungen: Wie wirken sich die Transformationsprozesse der Ökonomie, Migration, die Entstehung globalisierter Märkte und der Wohlfahrtsstaaten auf die Geschlechterordnung und das Geschlechterregime aus? Und umgekehrt: Wie wirken sich Veränderungen in den Geschlechterverhältnissen auf die gesellschaftliche Arbeitsteilung und Gesellschaft aus?
Zusätzlich können in Seminaren auch die Partizipation zivilgesellschaftlicher Akteur*innen und deren Handlungsstrategien zur Demokratisierung der Geschlechterverhältnisse aufgegriffen werden, wie z. B. Frauen*bewegungen und Frauen*organisationen auf nationaler, supranationaler und internationaler Ebene. Anhand aktueller Thematisierungsweisen von Geschlecht (wie Gender Mainstreaming, Diversity, Work- Life-Balance) werden auch Eingriffsspielräume und Handlungskompetenzen für Organisationsentwicklungsprozesse diskutiert und die Bandbreite an Gestaltungs- und Interventionsmöglichkeiten zum Abbau von ungleichheitsrelevanten Geschlechterdifferenzen vorgestellt und diskutiert.
Zu den verschiedenen Themenbereichen werden abwechselnd Seminare angeboten.
keine
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Modulstruktur: 2 SL, 1 bPr 1
Zuordnung Prüfende | Workload | LP2 |
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Lehrende der Veranstaltung
Seminar 1
(Seminar)
Beteiligung an Gruppenarbeiten (u.a. Bearbeitung von Übungsaufgaben, Entwicklung von Forschungsdesigns, Datenerhebung und Auswertung), Moderations- oder Protokolltätigkeit und Referate nach Vorgaben der/des Dozent/in. Die Studienleistung dient der kommunikativen (schriftlichen und/oder mündlichen) Einübung und dem Erlernen der zu erwerbenden Kompetenz mit Fokus auf die Interaktionssituation des Seminars. Die Studienleistung ist Teil des Selbststudiums und der Präsenzzeit und entspricht in etwa einem Zeitaufwand 30 Stunden. |
siehe oben |
siehe oben
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Lehrende der Veranstaltung
Seminar 2
(Seminar)
Beteiligung an Gruppenarbeiten (u.a. Bearbeitung von Übungsaufgaben, Entwicklung von Forschungsdesigns, Datenerhebung und Auswertung), Moderations- oder Protokolltätigkeit und Referate nach Vorgaben der/des Dozent/in. Die Studienleistung dient der kommunikativen (schriftlichen und/oder mündlichen) Einübung und dem Erlernen der zu erwerbenden Kompetenz mit Fokus auf die Interaktionssituation des Seminars. Die Studienleistung ist Teil des Selbststudiums und der Präsenzzeit und entspricht in etwa einem Zeitaufwand 30 Stunden. |
siehe oben |
siehe oben
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Die Studierenden können wählen, in welcher Form sie den Erwerb der modulspezifischen Kompetenzen nachweisen. Zur Auswahl für die benotete Modulprüfung stehen die folgenden Erbringungsformen:
Beide können sich wahlweise mit Theorien geschlechtlicher Arbeitsteilung, der Arbeitsmarktsegregation und der geschlechterbezogenen Organisationsforschung sowie mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen beschäftigen oder aber eine empirische Fragestellung aus dem Themenfeld des Moduls bearbeitet.
Die Prüfung wird von der Lehrperson von Seminar 2 abgenommen.
Studiengang | Empf. Beginn 3 | Dauer | Bindung 4 |
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Gender Studies „Interdisziplinäre Forschung und Anwendung“ / Master of Arts [FsB vom 22.07.2013 und Änderungen vom 02.03.2015, 01.03.2016, 03.05.2023 und 17.12.2024] | 1. o. 2. o. 3. | ein oder zwei Semester | Pflicht |
In diesem Modul kann eine automatische Vollständigkeitsprüfung vom System durchgeführt werden.
Gender Studies „Interdisziplinäre Forschung und Anwendung“ / Master of Arts