Linguistik der romanischen Sprachen mit Schwerpunkt auf postkolonialen Sprachökologien
Di. 16-17h (und nach Vereinbarung)
Die Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls umfassen sowohl die soziolinguistische Charakterisierung als auch die strukturelle Beschreibung romanischer Varietäten, die in monolingualen oder – häufiger – multilingualen Ökologien gesprochen werden, welche aus Dekolonisierungsprozessen hervorgegangen sind.
Untersucht werden somit verschiedene Realitäten des sog. Globalen Südens unter Berücksichtigung ihrer Spezifika in vergleichender Perspektive, mit besonderem Schwerpunkt auf Lateinamerika (insbesondere dem Karibikraum und Brasilien), Zentralafrika (Angola, Demokratische Republik Kongo, Äquatorialguinea) sowie Südostasien (vor allem Malaysia, die Philippinen und Indonesien).
Der Geist des Lehrstuhls ist umfassend und inklusiv, nicht nur aufgrund der oben dargestellten thematischen Breite, sondern auch aufgrund seines intrinsisch interdisziplinären Charakters (die „Sprachökologie“ umfasst die Untersuchung von Sprache im Zusammenhang mit soziologischen, demografischen, einstellungsbezogenen usw. Faktoren) sowie aufgrund des intrinsisch relationalen und vergleichenden Charakters des „Postkolonialen“ (der einerseits ein tiefes sprachwissenschaftliches Verständnis der Kolonialgeschichte und andererseits der gegenwärtigen Beziehungen zwischen Europa – den ehemaligen kolonialen „Metropolen“ – und den Ländern des Globalen Südens erfordert).
Die jüngeren Publikationen des Lehrstuhls befassen sich vor allem mit den Kontinuitäten und Brüchen in der Entwicklung von Kreolsprachen und anderen restrukturierten Varietäten in diesen Regionen sowie mit der Steuerung mehrsprachiger Repertoires im Kontext von Süd-Süd-Migrationsprozessen.